Die nachfolgenden Ausführungen über das Kreuzreliquiar des Hl. Bonifatius basieren auf der umfangreichen Arbeit von Peter Schliffke über die Kunstschätze der Stiftskirche zu Neuenheerse.
Er führt u.a. aus:
„Der hl. Bonifatius, auch als Apostel der Deutschen bezeichnet, ist 672/73 im Königreich Wessex geboren und in Benediktiner Klöstern aufgewachsen und erzogen worden.
Er war tätig als Missionar, Erzbischof und Gründer verschiedener Klöster und starb im Jahr 754 in Dokkum (Friesland), in Fulda fand er sein Grab.
Im Stift Heerse hatte der hl. Bonifatius einen besonderen Stellenwert. Gelegentlich
wurde er neben der hl. Fortunata als Nebenpatron genannt. Bereits seit 1297 sind von ihm Reliquien in Heerse bekannt. Am St. Martinialtar steht eine Alabasterskulptur. „
Das Kreuzreliquiar (siehe Foto) ist aus Silber getrieben und teil vergoldet mit folgenden technischen Maßen: Höhe 14 cm, Breite 8 cm, ovaler Fuß mit Durchmesser 7,7 cm.
Peter Schliffke beschreibt das Reliquiar wie folgt:
„Der vergoldete ovale Fuß ist als Berg herausgetrieben und trägt das Kreuz, in dessen
Vierung in einem quadratischen Behältnis hinter Glas die Reliquie des hl. Bonifatius ausgestellt ist. Die Oberflächen der gerundeten Kreuzenden und die Kreuzbalken sind gehämmert. Im mittleren Kreuzende ist ein Doppelkreuz getrieben und im unteren Kreuzbalken in Majuskeln (Erklärung: Großbuchstaben) von oben nach unten:
S . BONIF.
Auf der Vorderseite vor dem Kreuzfuß die Gravur, in Abkürzung: Ora Pro Nobis (bete für uns). Das Reliquiar gehört nicht zum Bestand des Stiftes Heerse, wohl aber die Reliquie selbst.“
1943 wurde dann die Reliquie in dieses kreuzförmige Reliquiar eingearbeitet.
Der gebotener Gedenktag des Hl. Bonifatius ist der 5. Juni. Am folgenden Sonntag (7.6.2026) wird dann das Reliquiar während der Hl. Messe zur Verehrung ausgestellt.
Verfasser: Franz Becker