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Wohin geht mein Weg?“ Herausforderungen wagen – Fragen stellen – Gemeinschaft erleben

Firmlinge unterwegs auf dem Jakobsweg von Bad Driburg nach Paderborn

Am Samstag, den 26.03.2022 machten sich 3 Firmbewerber in Begleitung von 2 Jugendlichen und der Gemeindereferentin Mechthild Bange auf den 26 km langen Weg nach Paderborn. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde erteilte Pastor Peter Lauschus den Pilgersegen und der erste Stempel wurde in den Pilgerpass gedruckt.

Unterwegs gab es an verschiedenen Punkten Impulse, um über sich selbst, die bisher gemachten Erfahrungen und die Zukunft nachzudenken bzw. darüber miteinander ins Gespräch zu kommen.

So wurde z. B. an der Grundschule auf die ersten Lebensjahre hingewiesen: Meine Familie – Erste Freunde in Kindergarten und Schule – Lernen wie und wozu?

Auf der Aussichtsterrasse an der Sachsenklause genossen alle den morgendlichen Blick auf ihren Wohnort und damit auf ihr Leben in dieser Heimat. Am Friedhof Schwaney gingen sie dem Gedanken nach: „Mich gibt´s nie wieder!“ Auch der Kriegereichenwald, in dem 72 Eichen für die Toten und Vermissten des 1. Weltkrieges des Ortes Schwaney gepflanzt wurden, regte die Jugendlichen zum Nachdenken an. Ein überraschendes Zusammentreffen mit ehemaligen Messdienern, die als erwachsene Paten einen Antoniusbildstock pflegen, brachte eine willkommene Trinkpause: eine geschenkte kühle Cola gab Kraft für die nächsten Kilometer.

Weitere Wegstationen und Stempelstellen waren die Kirchen in Schwaney und Dahl.

Unterwegs berichteten Hans Ströhmer und Louis Humborg den Firmbewerbern von ihrem Outdoorerlebnis im vergangenen Herbst: eine Wanderung mit unbekanntem Ziel und Übernachtung im Wald.

Es tauchte die Frage auf, wie man mit Widrigkeiten umgeht, z. B. wenn es die ganze Nacht regnet und es kälter und kälter wird….

ie Jugendlichen erfuhren: Neues zu erleben braucht Mut – In manchen Situationen gerät man an seine Grenzen – Einen festen Willen und Ausdauer zu haben, ist nicht leicht – manchmal muss man Entscheidungen treffen, wie man seinen Weg weitergeht - …

 

Eine besondere Herausforderung, die genau das ausdrückt, hatte sich einer der Firmlinge vorgenommen:

Schon auf der ersten Wegstrecke unterhalb der Iburg fand er mitten im Wald einen heraus gerissenen Leitpfosten, der offensichtlich auf den Weg zur Sachsenklause gehörte. Jemand hatte ihn abgetrennt und einfach in den Wald geworfen. „Der soll da nicht länger als Müll im Wald liegen!“

Eine skurrile Idee entstand: „Den trage ich bis nach Paderborn!“

Und tatsächlich: Zwar war der Leitpfosten ein sehr unhandliches Gepäckstück, aber der Firmbewerber erfand immer neue kreative Lösungen, wie er diese Last tragen kann.

Welch wichtige Erfahrung, besonders auch wenn man sie auf den Lebensweg überträgt! Am liebsten würde der Jugendliche natürlich seinen „lästigen Begleiter“ als Trophäe bei sich zuhause behalten. Zunächst einmal hatte er im Firmgottesdienst seinen Platz gefunden und diente Weihbischof Matthias König als Symbol in seiner Predigt. Nun trägt ihn die Pilgergruppe bald zurück auf den Weg zur Sachsenklause. Und wenn man schon mal oben ist, kann man an Ort und Stelle den von allen erfolgreich bewältigten Pilgerweg feiern!