Heute ist Montag, der 22.04.2024 und es ist ein besonderer Tag:
Es ist der Montag nach der Beerdigung von unserem Pfarrer Hubertus Rath.
Es ist der Montag nach insgesamt fünf Erstkommunionfeiern in unserem Pastoralem Raum.
Es ist der Montag, bevor ich morgen in die schon lange genehmigte Reha starte.
Auf meinem Schreibtisch: die Liste mit den Aufgaben, die noch fertig werden sollen.
Dazu gehört auch dieser Beitrag für die Pfarrnachrichten, die zu Pfingsten erscheinen werden.
Und ich sitze hier, so gefüllt wie der Schreibtisch sind meine Gedanken, ist mein Herz.
Es scheint, dass das Chaos vor mir die Gefühle in mir spiegelt.
Welch turbulente, aufwühlende Wochen liegen hinter uns!
Da ist die Freude, dass nach den intensiven Wochen der Vorbereitung unsere Kommunionkinder in feierlich-fröhlichen Gottesdiensten ihre erste heilige Kommunion empfangen haben und nun zur Mahlgemeinschaft unserer Kirche gehören.
Da ist die große Trauer, dass Hubertus Rath seinen Kampf gegen den Krebs verloren hat,
den er so zuversichtlich begonnen hat. Da sind die Bilder: Die Osternachtfeier in St. Peter und Paul. Hubertus Rath im Chorgestühl, von seiner schweren Krankheit gezeichnet.
Welch eine Auferstehungsmesse! Vom Dunklen zum Licht, großartiges Orgelspiel, üppiger Blumenschmuck, ordentlich Weihrauch und dann die Mut machenden Worte der Predigt „Fürchtet euch nicht!“
Hubertus Rath hat gespürt, dass es sein letztes Osterfest ist. „Ich weiß, ich komme nach Hause.“ Er wird fehlen - uns allen!
Er wird fehlen als Priester, als Leiter des Pastoralen Raumes, als Chef, als Mensch, als Freund…
„Du gehst mit!“ lautete das Motto der diesjährigen Erstkommunionvorbereitung und -feiern. Im Mittelpunkt stand dabei die Begegnung der Emmausjünger mit dem auferstandenen Jesus. Die Jünger gehen traurig nach Hause zurück. Der, auf den sie alle ihre Hoffnung setzten, lebt nicht mehr. Mit schweren Schritten und hängenden Köpfen sind sie unterwegs, reden miteinander, teilen ihre Erfahrungen mit dem Fremden, der plötzlich mitgeht. Das tut gut.
Erst im Brotbrechen erkennen sie ihn, laufen zurück nach Jerusalem und verkünden:
Jesus lebt! Er ist wirklich auferstanden!
Jesus geht mit uns – besonders auch auf den schweren, traurigen und aussichtlosen Wegstrecken unseres Lebens! Es tut gut, mit anderen Menschen unsere Erfahrungen zu teilen. Es tut gut, im Gebet unsere Sorgen und unseren Dank vor Gott zu tragen.
Mit dem Brot des Lebens schenkt Jesus uns Gemeinschaft mit ihm und untereinander.
Die Jünger erwarteten in Jerusalem das Kommen des Heiligen Geistes.
Möge Gottes Geist auch uns Trost, Kraft, Hoffnung schenken und uns stärken, wenn wir unseren Weg weitergehen!
Ein frohes und gesegnetes Pfingstfest wünscht Ihre Gemeindereferentin Mechthild Bange
Sei gesegnet mit der Wahrheit, dass Gott ein Gott der Lebenden ist, nicht ein Gott des Todes.
Sei gesegnet mit der Wahrheit, dass dieses Leben nicht alles ist und es ein Leben nach dem Leben gibt.
Sei gesegnet mit der Wahrheit, dass das Leben lebt.
Der Herr über Leben und Tod sei mit seiner ganzen Kraft über uns.
Jesus Christus, der unser Leben teilte, sei mit seiner ganzen Liebe mit uns.
Gottes Geist, der alles Gute bewirkt, sei mit unseren guten Gaben in uns.
Dieser Segen begleite uns durch den Tag und durch die Zeiten.
(Roland Breitenbach)
