„Das Gebet hat große Macht, das ein Mensch verrichtet mit seiner ganzen Kraft.“
Mit diesem Gebet von Mechthild von Magdeburg war die Frauen*-Gebetsinitiative zur Weltsynode im Herbst diesen Jahres überschrieben, die von Marieluise Gallinat-Schneider und Brigitte Schmidt, für das Koordinationsteam der Vernetzung berufener Frauen* verschickt wurde. Dieser Initiative hatten sich viele Frauen und Männer an den Tagen der Weltsynode ähnlich dem Weltgebetstag der Frauen angeschlossen, um die heilige Geistkraft für die Mitglieder der Synode zu erbitten.
Die zweite Sitzung der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“ fand vom 2. bis 27. Oktober 2024 im Vatikan statt.
Im Vorfeld der Synode irritierte viele, dass das Thema „Frauendiakonat“ ausgelagert worden war. Denn Männer und Frauen sind sich bewusst, dass die katholische Kirche der Erneuerung bedarf und wichtige Themen, die die Menschen des 21. Jahrhunderts bewegen, diskutiert und bedacht werden müssen.
So wagte dann der deutschstämmige Kardinal Leo Steiner, Erzbischof von Manaus, während der Synode, sich offen für ein Frauendiakonat auszusprechen und erklärte, dass es dieses offizielle Weiheamt schon in Kirche gegeben habe und diese wichtige Rolle der Frau neu zu bedenken sei. Viele der Frauen im Erzbistum Manaus im Amazonasgebiet sind heute schon Diakoninnen. Auch wenn sie nicht offiziell geweiht wurden, gibt es doch keine andere Bezeichnung für die Dienste, die die Frauen haben u.a. führen sie Gemeinden an, sind in der Seelsorge aktiv, verbreiten das Wort Gottes und vertreten Kirche. Der Kardinal steht mit seiner Einschätzung keineswegs allein da.
Auch Pfarrer Joachim Koffler, derzeit Leiter der Seelsorgeeinheit Freiburg-Nordwest, fragt offen: „Warum soll im sakramentalen Bereich unmöglich sein, was sonst mit guten Erfahrungen geht?“ So überschreibt er nämlich seinen Beitrag im Buch „Frauen ins Amt! Männer der Kirche solidarisieren sich“ herausgegeben von Philippa Rath und Burkhard Hose. Dort beschreibt er seine theologischen Überlegungen auf dem Hintergrund der vielfältigen Erfahrungen, die er im Laufe seiner Studien- und Dienstjahre gewonnen hat. Er denkt weiter und fragt, warum Kirche auf eine wertvolle Möglichkeit verzichtet, die das priesterliche Wirken reicher und vielfältiger machen würde. Er resümiert, dass Frauen, die in ihrer Lebensführung und in ihrem apostolischen Handeln Christus repräsentieren, ihn überzeugen und Christus genauso gegenwärtig setzen können wie Männer. Sein Resümee macht mir Hoffnung, dass die heilige Geistkraft in unserer Kirche wirkt!
