Evangeliar

Beiträge "Auf ein Wort"

Licht-Blick-Kirche

Was wird aus unseren Kirchen...wenn Finanzrücklagen schwinden, Kirchensteuereinnahmen und Katholikenzahlen zurückgehen, Gottesdienstbesucher weniger werden...?

Diese Frage beschäftigt schon länger die Verantwortlichen der Kirchen und das Erzbistum Paderborn hat mit dem Immobilienkonzept den Gemeinden Vorgaben und Strategien an die Hand gegeben. Während erste Pastorale Räume den Beratungsprozess bereits abgeschlossen haben und dort nun die Umsetzung der Ergebnisse ansteht, fand im September in unserem Pastoralen Raum ein erster Informationsabend dazu statt. Auch wenn es für uns zurzeit noch undenkbar scheint, Kirchen zu schließen oder neue Nutzungsmöglichkeiten zu finden, können wir uns diesem Thema nicht verschließen. Sehen wir es bitte nicht nur negativ!

Wir werden auch in Zukunft Kirchen haben: zum Beten, für Gottesdienste, zum Feiern, um Gemeinschaft zu erleben, um Freude und Trauer miteinander zu teilen...

Kirchen sind und bleiben immer Anziehungspunkte, in denen Menschen für einen Moment (Kirchen-)Geschichte erleben, intensive Erfahrungen machen, Stille suchen und auftanken können. 

Heute möchte ich Ihnen dazu einen Ausflugstipp für eine Kirche in der Nähe geben: 

die Licht-Blick-Kirche St. Jodokus in Wewelsburg.

In der Information über die Kirche schreibt Pastor Scheele für das Projektteam:

„Die katholischen Kirchengemeinden im Raum Büren haben unter dem Titel „Kirche an der Burg“ in der benachbarten Kirche ein Projekt gestartet, das Menschen die Möglichkeit bietet, zum einen die Eindrücke der Burg oder aus anderen Lebenszusammenhängen sacken zu lassen, sowie spirituelle Entlastung und Vertiefung zu erfahren., im Glauben zu wachsen und sich persönlich vom Wort und Geheimnis Gottes treffen zu lassen.“

Neben regelmäßigen geistlichen Angeboten ist die Kirche täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. (www.kirche-an-der-Burg.de)

In dieser Zeit kann man eigenhändig mithilfe einer Licht- und Musikanlage eine besondere Atmosphäre entstehen lassen. „Je nach Befindlichkeit und Stimmung können kurze Meditationen, die hier „Licht-Blicke“ genannt sind, abgerufen werden...die ganze Kirche wird in Licht, Farben, Klang und inspirierende Worte getaucht.“ (Infoflyer)

Mein Besuch der Kirche war an einem Sonntag kurz vor Allerheiligen. Immer wieder kamen Menschen, blieben, staunten, lauschten, schauten und gingen, sichtlich beseelt.

Es war die Zeit, als ich auf den Friedhöfen unserer Orte die Begegnung mit den Friedhofsbesuchern und Trauenden gesucht habe. Für mich eine intensive Zeit der Auseinandersetzung mit Krankheit, Sterben, Trauer und der Frage nach dem Leben nach dem Tod. In der Licht-Blick-Kirche wählte ich als Lied das „Halleluja“ von Leonhard Cohen.

Ein berührender Moment! Eingeleitet wurde das Lied mit dem folgenden Text:

Leonard Cohen, der Autor und Sänger des bekanntesten Halleluja-Liedes der letzten Jahrzehnte wuchs in einer gläubigen jüdischen Familie auf. Wie einst König David, dessen Psalmen auch häufig mit einem „Halleluja, preiset den Herrn“ beginnen, erlebte Cohen sein Leben im ständigen Auf und Ab, zwischen Liebe und Hass, Rettung und Untergang, einem heiligen und einem gebrochenen Halleluja. Davon singt er in diesem Lied. Wenige Wochen vor seinem Tod im November 2016 wurde er von einem Reporter gefragt, wie er sich ein Leben über die Todesschwelle hinaus vorstelle. Er hat sinngemäß geantwortet: „In meinem Leben ist so Vieles schief gegangen, aber am Ende werde ich vor dem Gott des Gesanges stehen...mit nichts auf den Lippen als einem Halleluja.“ 

Nun freue ich mich auf den kommenden Samstag, wenn unsere Kirche „Zum verklärten Christus“ beim Taizégottesdienst ebenfalls zu einer Licht-Blick-Kirche wird!

Und: am 1. Adventssonntag ist unsere St. Peter und Paul Kirche von 12 bis 18 Uhr während des Adventsmarktes als Ruhe- und Kraftort geöffnet. Herzliche Einladung!

Ihre Gemeindereferentin Mechthild Bange