Mit dem Fest Taufe des Herrn endet nun die schönste Zeit des Jahres – die Weihnachtszeit. Die Feiertage sind nun endgültig vorbei und der Alltag kehrt wieder ein. Aber was bleibt von diesem Fest? Was bleibt für uns persönlich?
Mir sind eine Menge von Eindrücken in Kopf und Herz geblieben! Unter anderem kreisen meine Gedanken noch um das WDR 2 Weihnachtswunder auf dem Paderborner Weihnachtsmarkt. Von den Spendenaktionen hatte ich im Advent einiges mitbekommen und mir war bewusst, dass das eine tolle Aktion gegen den Hunger in der Welt sein sollte. Ich selbst habe es leider gar nicht zum Glashaus nach Paderborn geschafft.
Am Heiligabend war ich dann mit meiner Familie in der Herz Jesu Kirche in Paderborn. Dort feierte der kfd Diözesan-Präses Roland Schmitz die Christmette und in seiner Predigt berichtete er von einem besonderen Weihnachtswunder: Er war nämlich vor Ort als unser Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz anlässlich der Mitmachaktion unseres Erzbistums „GLÜCKLICH/T SEIN!“ den Spendencheck über 100.000 Euro überreichte. Er erlebte die Sprachlosigkeit des Moderatorenteams und den anschließenden Jubel auf dem Domplatz als eine sehr begeisternde Atmosphäre. Was ihn aber noch mehr berührte, waren die resümierenden Worte des Moderators Thomas Bug: „Wir sind nicht verloren“, und die Bedeutung, die Dr. Gregor Haunerland als Gemeindemitglied, diesen vier Worten zuschrieb. Denn für Gregor Haunerland war dieser Satz von einer äußerst christlichen Botschaft durchdrungen. Ob dem Moderator diese Botschaft bewusst war, ob er überhaupt christlich eingestellt ist oder eher nicht, waren weder Roland Schmitz noch Gregor Haunerland wichtig.
Allein diese Worte trafen sie tief im Herzen: „Wir sind nicht verloren!“ Ein Fazit nach einer gemeinsamen Spendenaktion von WDR 2 und Aktion Deutschland Hilft, bei der in fünf Tagen in Paderborn so viel wie noch nie – nämlich 12 Millionen Euro – für bedürftige Menschen zusammenkommen sind.
Auch mich haben diese Worte und diese wunderbare Spendenaktion sehr berührt. Mir ist dadurch ganz neu bewusst geworden, dass Gott mit uns ist – in guten Zeiten, wenn wir Spenden geben können und ebenso in schlechten Zeiten, wenn wir auf Spenden angewiesen sind! Ich kann Gott begegnen in diesen verrückten Zeiten, in denen der Krieg immer noch tobt, in denen Donald Trump wieder Präsident in den USA geworden ist, in denen in Deutschland Neuwahlen anstehen. Ich begegne Gott wo Menschen sich gemeinsam für das Gute engagieren, wo Menschen einander nicht egal sind, wo Menschen miteinander feiern und beten. Gott begegne ich da, wo ich auf seine Zeichen achte, auf seine leise Stimme höre. Dann gelingt es mir von Gottes Liebe in den Gedanken der Menschen von heute zu lesen ebenso wie in den biblisch-überlieferten Gedanken der Menschen von damals. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht.“ (Joh 3,16)
Ihre Annette Wagemeyer, Rehaklinikseelsorgerin
