Vielleicht haben Sie das auch gehört, dass Pfingsten das schönste Fest im Jahreskreis sein soll. Der Gedanke gründet darin, dass zu Pfingsten keine Geschenke besorgt werden und es stattdessen einen zusätzlichen Feiertag zum Genießen gibt. Tatsächlich ist der Kommerz an Pfingsten vorbeigegangen. Vielleicht schafft diese kommerzfreie Zeit Raum für Kreativität, Ideen und neue Synergien. Es heißt, der Heilige Geist weht, wo er will! Das meint doch, dass wir keinen Einfluss nehmen können und stattdessen auf Gottes Geist vertrauen dürfen. Vielleicht kann das gelingen, wenn wir uns nicht zu wichtig nehmen. Im Gotteslob singen wir das wunderbare Lied:
„Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen:
sich verschenken, die Liebe bedenken,…
sich verbünden, den Hass überwinden,
…und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.“
Ich lese gerade das Buch „Nur Mut! Wenn wir uns verändern, verändert das die Welt“. In dem Buch schreiben verschiedene Autorinnen und Autoren interessante Beiträge zum Thema Mut. Roland Rottenfußer macht mir tatsächlich Mut mit seinem Artikel; der heißt: „Ohne Ziel.Die Schönheit des Lebens entfaltet sich erst, wenn wir uns vom Zweck- und Effizienzdenken befreien.“ Seine Gedanken entfaltet er in gekonnter Weise im christlichen wie literarischen Sinn und verdeutlicht, dass wir weder Jesus noch unseren Glauben an ihn verzwecken dürfen. Wir können uns mit unseren Gebeten nicht den Himmel verdienen, der ist uns von Gott geschenkt!
Stattdessen sollten wir uns von diesem Zweck- und Effizienzdenkenbefreien und mehr vom Heiligen Geist inspirieren lassen. Wie im Gleichnis vom Sämann, wo die Saat weit gestreut wird, schenkt Gott im Überfluss. Wir dürfen einander von unserem Glauben und unserer Hoffnung erzählen. Wir dürfen auch Mut zu Veränderung haben, alte Wege verlassen und neuen Wegen wie dieser Transformation vertrauen, die unser Erzbischof Udo Markus gerade aufzeigt. Wir können uns verschenken und die Liebe Jesu bedenken, der sich für uns verschenkt und uns die Schönheit des Lebens entfaltet hat. Wir können uns als Kinder Gottes verbünden, Grenzen im Kopf und auf der Landkarte überwinden und neu beginnen, ganz neu, dass Frieden werde unter uns, in unserer Gesellschaft und der Welt.
Nur Mut! Wer – wenn nicht wir – sollte auf Gottes Geist in unserer Zeit vertrauen!
Annette Wagemeyer
Rehaklinikseelsorgerin in Bad Driburg
