Evangeliar

Beiträge "Auf ein Wort"

Mut tut gut

„Mut tut gut“ so heißt es in einem Kinderlied von Reinhard Horn und das ist wirklich wahr! Dass Mut gut tut, wird mir immer wieder in Gesprächen deutlich, wenn Frauen oder Männer in den verschiedenen Rehakliniken in Bad Driburg von ihrer gegenwärtigen Lebenskrise aufgrund einer Erkrankung berichten. Sie kommen oft aus einem Akut-Krankenhaus und finden sich in einer mehr oder weniger beängstigenden Situation weit entfernt von Zuhause wieder. Die Angst steht da dem Mut gegenüber. Das Kranksein wirft dann viele Fragen auf: Werde ich wieder gesund? Wie lange dauert es? Was kann ich tun? Habe ich genug Kraft dazu? Wieso passiert mir das gerade?

Wer fragt zeigt schon Mut und denkt über die eigene Situation nach, sucht nach Wegen. Denn es gibt nicht nur den einen Weg, die eine Möglichkeit oder die eine Sichtweise. Unsere Welt bietet eine große Vielfalt. Wir lernen immer wieder voneinander und miteinander.

Immer wieder taucht auch die Frage nach Gott auf. Warum lässt Gott Krankheit und Leid überhaupt zu? Manchmal wird Krankheit auch als Strafe angesehen. Dann frage ich nach, wie mein Gegenüber sich Gott vorstellt. Vielleicht ist es das Bild von Gott als Pantokrator, dem Weltenherrscher, der weit entfernt in den Wolken thront und Gericht hält über die Menschen. Es könnte auch das Bild des Beichtvaters sein, der Krankheit als Buße auferlegt. Mein Bild von Gott sieht anders aus.

Wenn ich an Gott denke, sehe ich vielmehr ein liebevolles Elternpaar, welches die Kinder beim Wachsen und Werden begleitet und diese ermutigt das Leben zu gestalten. Vielleicht könnten es auch drei Elternteile sein, die für die Kinder immer ansprechbar sind und von denen diese sich vertrauensvoll begleitet wissen. Dieses Bild ist vielleicht von dem Buch „Die Hütte – ein Wochenende mit Gott“ geprägt. In dem Buch finden sich viele Metaphern zu Gott, die zum eigenen Nachdenken anregen. Die bedeutendste Aussage für mich ist, dass Gott den Menschen unermesslich liebt. Auch hier tut Mut gut, dieses Geschenk der Liebe Gottes anzunehmen.

Dieses Geschenk der Liebe konnte ich während der diesjährigen alternativen Diözesanwallfahrt der kfd zur Zeche Zollern im September erleben. Dort sind 1.300 Frauen und auch Männer zusammengekommen, um Gott und seine schöpferische Kraft zu spüren und sich in der Gebetsgemeinschaft bestärken zu lassen. Es gab inspirierende Podiumsdiskussionen, Zeit zum Gespräch, Clownerie und Improvisationstheater. Die Zeche Zollern in Dortmund ist nach ihrer Stilllegung zu einem Museum umgewandelt worden. Diese Transformation hat die ehemalige Zeche in ein industriekulturelles Denkmal verwandelt, das Geschichten bewahrt, Werte erinnert und Impulse gibt, um Leben neu zu gestalten.

Gott – welches Bild von ihm uns auch prägt - geht unsere Lebenswege mit. Mutig darauf zu vertrauen, tut einfach gut!