Am 6. April 1197 eignete der Paderborner Bischoff Bernhardt Kloster Gehrden Land in Reilessen (Reelsen) zu. Nach einer anderen Urkunde überwies der Paderborner Bischoff Otto von Rietberg am 4. Juli 1299 Reylissen (Reelsen) der Pfarrei Pömbsen. Seit mehr als 700 Jahren ist somit Reelsen Filiale von Pömbsen. Da Pömbsen 1324 dem Kloster Marienmünster inkorporiert wurde, stand auch Reelsen in der Obhut der Benediktiner-Mönche. Im 30-jährigen Krieg zerstörten die Schweden 1646 im Pfarrdorf Pömbsen fast jedes Haus und diesem Schicksal wird auch Reelsen nicht entgangen sein. Nach dem Friedensschluss 1648 wuchs neues Leben aus den Ruinen. Das Kloster Corvey, von dem Marienmünster 1128 gegründet war, baute 1666 mitten im Dorf eine Kapelle, die dem heiligen Martin geweiht wurde. In dieser Kapelle hielt der Pater, der als Pfarrer in Pömbsen residierte, ein oder zweimal an Wochentagen heilige Messe. An Sonn- und Feiertagen mussten die Reelser den Gottesdienst in der Pfarrkirche in Pömbsen besuchen. Der 6 km lange Kirchweg war insbesondere in den Wintermonaten sehr beschwerlich. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden regelmäßig Messen an den Sonn- und Feiertagen in der alten Kapelle überwiegend durch die Franziskaner Pater aus Bad Driburg gehalten. Da die Kapelle für das mittlerweile über 400 Einwohner zählende Dorf viel zu klein war, wurde die Reelser Kirche von 1910-1911 gebaut und am 02. Juli 1911 von Pfarrer Dieck eingeweiht. Grundstückvergabe und Bau sowie die Innenausstattung der Kirche wurden möglich gemacht durch Spenden der Gräfin von Oeynhausen sowie vieler Reelser Bürger/-innen. Die alte Kapelle wurde nach Bau der Reelser Kirche vorübergehend noch als Jugendherberge genutzt und während der Nazizeit von Ortseingessenen abgebrochen. Auf dem Kapellenplatz wurde von aus dem Zweiten Weltkrieg heimgekehrten Soldaten ein Dankkreuz errichtet und am 9. Oktober 1955 eingeweiht.
Im Jahr 2003 erfolgten in der Reelser Kirche umfangreiche Renovierungsarbeiten mit Erweiterung des Chorraumes und Neufertigung von Altar und Ambo einschließlich der Lautsprecheranlage sowie Ersatz des Teppichbodens durch Fliesen. Neuverfugung des Mauerwerkes sowie Streichen der Innenwände und Türen waren im Jahr 2009 notwendig.