In Bad Driburg trafen sich Christinnen zunächst im Pfarrheim der Südstadtkirche. Mit fair gehandeltem Kaffee aus dem Eine-Welt-Laden, Zobo-Drink aus Nigeria und verschiedenen nigerianischen Kuchen waren die Tische einladend gedeckt. Der Zobo-Drink wird aus getrockneten Hibiskusblüten, Ingwer, Nelken, Ananasstücken und Zucker hergestellt und ist in Nigeria ein beliebtes Getränk. Zur Einstimmung wurde ein Film über Frauen aus dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas gezeigt. Auch dort tragen Frauen große Lasten – oft buchstäblich auf dem Kopf.
Der anschließende Gottesdienst fand in der Kirche „Zum verklärten Christus“ statt. Dazu war der Altarraum eindrucksvoll gestaltet: Originalmasken aus Nigeria, afrikanische Trommeln, Trachten sowie traditionelle Früchte und Gewürze schmückten den Altar. Am Eingang begrüßten Petra Koch und Petra Nolte die Gäste. Jeder erhielt das Weltgebetstags-Begleitheft und durfte sich einen kleinen symbolischen Stein für die „mitgebrachte Last“ aussuchen.
Die Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen Beatrix Hesse, Petra Koch, Anni Köhler, Petra Nolte, Jil Vogt, Frederike Wieneke und Dagmar Wietheger-Claes. Musikalisch begleitete Simon Brüggeshemke an der Orgel. Besonders bewegend waren die Geschichten von drei nigerianischen Frauen: Beatrice, Witwe mit drei kleinen Kindern, die Kraft im Glauben fand; Jato, die um ihre Tochter Amina besorgt ist, seitdem ein anderes Mädchen entführt wurde und Blessing, die in großer Armut lebt, aber auf ein besseres Leben hofft.
In die Minuten des Nachdenkens und des stillen Gebetes drang leise das Zwitschern der Vögel. Gemeinsamer Gesang, Gebete und Fürbitten verbanden die Christinnen.
Ein besonderer Moment war die symbolische Handlung mit den Steinen.
Im Altarraum lagen vorbereitete Schriftzüge für die Lasten der Frauen – etwa Krankheit, Hoffnungslosigkeit, Angst, Enttäuschung, Resignation oder Armut.
Jede Besucherin brachte ihren Stein nach vorn und legte ihn auf ihre schwerste Last ab. Um Projekte des Weltgebetstags zu unterstützen, wurde eine Kollekte gesammelt.
Übrigens, im Jahr 2025 kamen in Deutschland anlässlich des Weltgebetstags von den Cookinseln Spenden und Kollekten von 2.219.722 Euro (Stand: Januar 2026) zusammen.
Zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2027 steht der Weltgebetstag unter der Losung „Vereint im Gebet für Gerechtigkeit und Frieden“.
Fleißige Hände, ideenreiche Köpfe und engagierte Frauen im ökumenischen Vorbereitungsteam haben den Weltgebetstag 2026 in Bad Driburg mit Leben erfüllt.
Infobox
Nigeria liegt in Westafrika am Golf von Guinea und ist mit rund 230 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Das Land grenzt an Benin im Westen, Niger im Norden, Tschad im Nordosten und Kamerun im Osten.
Die Landschaft ist sehr vielfältig: Im Süden prägen Regenwälder und das weit verzweigte Nigerdelta die Region, während sich weiter nördlich Savannenlandschaften ausbreiten. Im äußersten Norden reicht das Land bis in die Sahelzone, eine trockene Übergangsregion zur Sahara.
Der Niger, einer der größten Flüsse Afrikas, durchquert das Land und gab Nigeria seinen Namen. Die Hauptstadt ist Abuja, die größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum ist Lagos.
Nigeria ist reich an Bodenschätzen, vor allem an Erdöl, dennoch leben viele Menschen – besonders Frauen – unter schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen.
Die Bevölkerung in Nigeria ist sehr jung. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 18 Jahren.
Quelle:
https://weltgebetstag.de
Text: Doris Dietrich