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Im Gebet verbunden - Ein Impuls für jeden Tag in dieser schwierigen Zeit

Impuls 9. Mai 2020

„Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen.“ Offb 22, 21.

Das sind die letzten Worte des letzten Buches der Bibel. Über Jahrhunderte in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen, mit ganz unterschiedlichen Lebenserfahrungen sind die Schriften der Bibel gesammelt und zu dem Buch zusammengefaßt worden, das wir kennen. Und all diese Geschichten von der Schöpfung über Abraham, Mose, David über Jesus, Paulus und Petrus und die anderen münden in diesem einen Satz: 

„Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen.“

Wir haben in der gottesdienstlosen Zeit mit den täglichen Impulsen auf unterschiedlichste Weise, aus den unterschiedlichsten Lebenserfahrungen heraus Gedanken, Gebete und Lieder bedacht, Aspekte beigetragen zu den Tagesereignissen, die aus unserem persönlichen Glauben an Christus gewachsen sind. Es ist sehr abwechslungsreich geworden, wie wir abwechslungsreich sind.

Heute enden diese Impulse, weil die gottesdienstlose Zeit endet. Und womit könnte es besser abschließen, als mit dem letzten Satz der Bibel: 

„Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen.“

 

Hubertus Rath


Impuls 8. Mai 2020

Leben und Tod, das sind die Koordinaten unseres Lebens, Karfreitag und Ostern! „Euer Herz lasse sich nicht verwirren“, hören wir im heutigen Evangelium. Vieles kann uns verwirren in diesen Tagen und Zeiten. Doch lassen wir unseren Glauben an die Auferstehung Jesu Christi, der auch uns damit das ewige Leben erschlossen hat, in diesen Tagen wieder neu stärken.

So wollen wir beten:

Allmächtiger Gott, wir verdanken dir unsere Freiheit und unser Heil, denn du hast uns durch das kostbare Blut deines Sohnes erlöst. Lass uns aus deiner Kraft leben und unter deinem beständigen Schutz geborgen sein. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Pater Antony Padamattummal


Impuls 7. Mai 2020

Das heutige Evangelium erinnert mich ohne Umschweife daran, dass wir uns noch in der Osterzeit befinden. Es hat unmittelbar mit den Osterereignissen zu tun: Es handelt von der Fußwaschung.
Der Evangelist Johannes beschreibt das Handeln nicht besonders ausschweifend; ihm geht es nicht um diese alltägliche Handlung, sondern darum, dass Jesus liebevoll an seinen Mitmenschen handelt, sogar wissentlich an demjenigen, der ihn verraten wird. Und ganz besonders geht es in diesem Text darum, dass Jesus seinen Nachfolgenden ein Beispiel geben will.

„Wer selbstlos handelt, bei dem ist Gott“, so verstehe ich den letzten Satz des Tagesevangeliums (Joh 13,20) heute.

Aber nicht nur die Osterzeit ist mir etwas aus dem Blick geraten und verdient eine Erinnerung. Mir geht es da mit der Corona-Zeit ähnlich. Anfangs habe ich mir bestimmt zwanzigmal am Tag die Hände desinfiziert und jeden Abend gebannt die Tagesschau erwartet. Ich bin froh, dass das Händewaschen -beispielsweise immer, wenn ich nach Hause komme- Einzug in meinen Alltag gehalten hat; zu Hause angekommen, schaue ich aber manchmal durchaus lieber meine Netflixserie weiter als zur Tagesschau umzuschalten.

Aber auch im Bezug auf Corona gilt immer noch: Wer selbstlos handelt, bei dem ist Gott. Ob es nun der Schutz meiner Mitmenschen ist, wenn ich meine Mund-Nase-Maske (ordentlich) trage -sogar wenn die anderen sich nicht an die Regeln halten- oder für die alten Nachbarn einkaufe.

Dazu gefällt mir auch das Tagesgebet, das ich für heute an einer Stelle ein wenig abgeändert habe.

Gott und Vater,
du erneuerst den Menschen
und schenkst ihm eine größere Würde,
als er sie im Anfang besaß.
Blicke auf das Werk deiner Liebe,
segne alle, die in Liebe und Fürsorge
dem Beispiel deines Sohnes folgen,
und erhalte sie in deiner Gnade
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Amen.

 

Daniel Feldmann


Impuls 6. Mai 2020

Können Sie sich noch erinnern, wer in der Bankenkrise 2008 als systemrelevant bezeichnet wurde: Banker! Die machten ein Jahr ein bedröppeltes Gesicht und kassierten dann wieder Boni.

In der Coronakrise sind medizinisches Personal, ErzieherInnen, Feuerwehrleute, VerkäuferInnen systemrelevant. Das finde ich gut, das kann auch nach Corona so bleiben. Leider wird schon wieder darüber gemäkelt, wer denn die dem Pflegepersonal zugesagten Gehaltszuschläge bezahlen soll. Das lässt nichts Gutes erwarten.

Ich möchte für die Systemrelevanten 2020 ein Gebet aus dem Gotteslob 13,3 umformulieren:

Herr, segne ihre Hände, weil sie behutsam sind,
weil sie halten können, ohne zur Fessel zu werden,
weil sie geben können ohne Berechnung,
weil ihnen die Kraft innewohnt, zu trösten und zu segnen.

Herr, segne ihre Augen, weil sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
weil sie das Unscheinbare nicht übersehen,
weil sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
weil andere sich wohl fühlen können unter ihrem Blick.

Herr, segne ihre Ohren, weil sie deine Stimme zu erhorchen vermögen,
weil sie hellhörig sind für die Stimme in der Not,
weil sie verschlossen sind für den Lärm und das Geschwätz,
weil sie das Unbequeme nicht überhören.

Hubertus Rath


Impuls 5. Mai 2020

Es kommt langsam wieder Bewegung in unsere Gesellschaft. Lockerungen werden in Aussicht gestellt. Die einen erwägen Spielplätze zu öffnen, andere planen Restaurants und Ferienwohnungen wieder in Betrieb zu nehmen. „Zurück zur Normalität“ lautet die Forderung. Aber welche Normalität ist gemeint?

Sicher denken wir alle zuerst an die Normalität vor Corona, doch leben werden wir mit der Normalität in Corona-Zeiten.

Alles ist irgendwie ein bisschen anders, mit Abstand und Maske und so. Alles muss neu verhandelt, diskutiert, ausprobiert und vielleicht auch wieder verworfen werden. Es fehlt unsere liebgewonnene Planungssicherheit.

Wir sind jeden Tag vor neue, kleine Herausforderungen gestellt und gefühlt ist das gerade viel intensiver als vor der Corona-Pandemie.

Damit das Tagwerk gelingt und wir mit offenen Augen und Freude in unseren Corona-Alltag starten, kann es hilfreich sein, am Abend einen Punkt zu setzen und alles Gewesene und Erlebte in Gottes Hand zu legen. Dazu kam mir das folgende Gebet von Ursula Bittner in den Sinn:

Herr, ich möchte jeden Abend
einen deutlichen Punkt machen
hinter all meine Tageswerke
und sie in deine Hände legen.

Herr, ich möchte jeden Abend
bewusst ein Komma setzen
hinter alles Unvollendete,
um es bei dir ruhen zu lassen.

Herr, ich möchte jeden Abend
einen Gedankenstrich ziehen
hinter die ungeklärten Fragen
und dich weiter sorgen lassen.

Herr, ich möchte jeden Abend'
ein Fragezeichen setzen
hinter alles lieblose Versagen
und dich um Vergebung bitten.

Herr, ich möchte jeden Abend
ein Ausrufezeichen malen
hinter alles gut Gelungene
und deine Freude in mir spüren.

Herr, ich möchte jeden Abend
einen großen Absatz einhalten,
um morgen neu anzufangen,
mit dir an meiner Seite.

Herr, ich möchte es
nicht nur so.
Herr, ich mache es!
Amen!

Ihnen und Ihren Familien einen gesegneten Tag und einen ruhigen Abend,

ihre Anne Frank


Impuls 4. Mai 2020

Hält Gott sich versteckt?

In der Bibel lautet die erste Frage, die Gott stellt: „Adam, Mensch, wo bist du?“ (Gen 3,9). Der Mensch hat sich vor Gott versteckt, und Gott ruft ihn mit dieser Frage an: „Mensch, wo bist du?“

Lauten unsere Fragen heute nicht umgekehrt: „Gott, wo bist du? Hast du dich vor uns versteckt? Bist du denn ein Gott, der sich verbirgt?“ (Jes 45,15)

Vielleicht ist gerade die Zeit der Pandemie dazu angetan, nach Gott zu suchen, nach ihm zu fragen. Jeder Mensch muss sich immer wieder aufmachen und suchen, wo Gott sich in seinem Leben verbirgt: Gott, wo bist du in meinem Leben?

Oft sind es sonderbare Verstecke, die Gott sich aussucht, wo wir ihn wirklich nicht vermuten: eine Krankheit, eine Verlassenheit, der graue Alltag, die Last eines  Menschen, eine Entscheidung, eine Begegnung.

Helfen wir den Menschen beim Suchen, spüren wir gemeinsam Gottes Versteck auf, entdecken wir   I H N  in den kleinen Dingen des Lebens, die aber doch so ungemein wichtig und wohltuend sind: das frische Maigrün, die blühenden Rapsfelder, die leuchtenden Köpfe des Löwenzahn, der morgendliche Gesang der Vögel….

Vielleicht entdecken wir bei unserem Suchen die Spannung und Freude, die Kinder beim Versteckspiel empfinden.

„Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.“

(Aus „Der Mond ist aufgegangen“ Matthias Claudius GL Nr. 93 Str. 3)

Gottfried Rempe, Diakon

 


Impuls 3. Mai 2020 - 4. Sonntag der Osterzeit

„Hören auf meine Stimme“

Manche Menschen glauben „Berufung“ wäre etwas Außergewöhnliches, als ob man eine Stimme laut rufen hört, wie es dem Apostel Paulus auf dem Weg nach Damaskus geschehen ist: Ein Licht, eine Stimme und alles ist klar.

Meine „Berufung“ war nicht so. Vielmehr war sie vielstimmig. Meine Freude am Ministrantendienst, mein Interesse für Theologie, gespeist durch einen tollen Religionsunterricht, die Anfrage von Freunden und Bekannten, ob ich nicht Priester werden wollte. Ein Chor von Stimmen, der aber nie so eindeutig war, wie es die eine Stimme gewesen wäre. Ein bisschen „Trial and Error“ „Versuch und Irrtum“. Aber es ist mir nie wie Schuppen von den Augen gefallen, es bleibt immer ein tägliches neues Lauschen, auf die eine Stimme, die sich in den vielen Stimmen verbirgt. Manchmal ist es anstrengend, manchmal herausfordernd, besonders, wenn es eindeutig ist. Aber dieses Lauschen ist die Aufgabe aller Christen, aller Gläubigen. Sperren wir die Ohren auf.

Peter Lauschus


Impuls 2. Mai 2020

Es gibt so viel Beliebigkeit, Da sind diejenigen, die immer auf der neuesten Welle surfen. Wenn man Harry Potter liest, lesen sie Harry Potter. Wenn man sich Muster in die Haut gravieren lässt, lassen sie sich tätowieren. Wenn Pokemons „in“ sind, werden Pokemons gejagt. Und wenn man sich Eiswasser über den Kopf schüttet, machen sich „alle“ nass.

Dann gibt es Menschen, die ändern ihre Meinung schneller, als der Wind drehen kann. Wenn der Chef „hü“ sagt, sagen sie „hü“, sagt der Chef am nächsten Tag „hott“, sagen sie „hott“. Sie sind heute stramm links und morgen genauso stramm rechts.

Und es gibt Menschen, die spannen andere für ihre Zwecke ein, egal, ob einer dafür taugt oder nicht. Veganer meinen, Jesus sei Veganer gewesen. Revolutionäre wie Fidel Castro meinen, Jesus sei Revolutionär gewesen. Nazis meinten, Jesus sei Arier gewesen. Hippies meinten, Jesus sei Hippie gewesen, weil er ein Wanderleben führte, Sandalen trug und längere Haare hatte.

Was meinst du?

Hubertus Rath


Impuls 1. Mai 2020

„Wir müssen uns schützen!“ – Dieser Satz ist in aller Munde. Wir schützen uns selbst und die Risikogruppen vor Ansteckung und das Gesundheitssystem vor der Überlastung. Heute am 1. Mai wollen wir Maria bitten, um uns zu schützen.

Maria, breit den Mantel aus,
mach Schirm und Schild für uns daraus;
lass uns darunter sicher stehn,
bis alle Stürm vorübergehn.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

Gebet:

Heilige Maria, du lässt uns nicht im Regen stehen.
Du erklärst dich solidarisch,
öffnest deinen Mantel weit
und gibst allen Schutz und Sicherheit,
die sich bei dir unterstellen.
Dadurch bist du uns ein Vorbild.

Mit dir beten wir und antworten jeweils „hilfst du mit!“

Wo Menschen Schutz suchen…
Wo Menschen Sicherheit brauchen…
Wo Menschen sich durch ein Virus bedroht fühlen…
Wo Menschen auf Zuwendung hoffen…
Wo Menschen sich nach Nähe sehnen…
Wenn wir Menschen vor Ausgrenzung bewahren…
Wenn wir Kindern Geborgenheit schenken…
Wenn wir Jugendlichen Perspektiven aufzeigen…
Wenn wir Traurige und Einsame trösten…
Wenn wir Suchenden und Verzweifelten beistehen…
Wenn wir Alte und Kranke pflegen…
Wenn wir Arme und Leidende unterstützen…
Wenn wir Menschen nicht in Elendsquartieren verrecken lassen…
In unserem Streben nach Gerechtigkeit…
In unserem Ringen nach Solidarität…
In unserem Engagement für den Umweltschutz…
In unserer Sorge um die Schöpfung…
In unserer Suche nach Normalität…

(Ein kleines Gebetsvorschlag für den 1. Mai, das man vielleicht mit allen in der Familie beten kann)

Pater Antony Padamattummal


Impuls 30. April 2020

„Lass uns noch schnell die Reifen wechseln, wir sind eh schon spät dran damit.“
„Okay, das machen wir!“
Heute haben wir die Zeit und es eigentlich auch schnell gemacht.

Nachdem die Reifen aus dem Keller geholt sind, sind auch schon die ersten Schrauben gelockert und ich kurbele den kleinen Toyota hinten links in die Höhe. Aber als ich dann die Schrauben ganz gelöst habe und das Rad abziehen will, bewegt sich gar nichts. Okay, die Felge ist etwas festgerostet, entmutigen lasse ich mich davon aber nicht. Ich versuche es mit wackeln und gegenklopfen, mit allen Tricks, die mir so einfallen. Aber irgendwann verlässt mich der Mut. Das Auto steht doch nur auf diesem sowieso schon fragil wirkenden Wagenheber; nicht, dass der wegrutscht, wenn ich das Auto jetzt noch mehr zum Wackeln bringe.
„Nicht so schlimm, wir rufen bei Mietner an“, sagt meine Frau, die mitbekommt, dass ich nur sehr ungern und genervt die Schrauben wieder festziehe. Mietner ist der kleine Autoschrauber um die Ecke. „Na toll“, denke ich, „wie lange dauert es wohl, bis wir einen Termin bekommen…“ und plane in meinem Kopf schon die verschiedenen Tage um. Doch nur kurze Zeit später hat das ein Ende: „In einer halben Stunde können wir vorbeikommen“, berichtet meine Frau nach dem Telefonat grinsend. „Super! Mietner ist einfach klasse!“, sage ich und fange auch an zu grinsen.

Unerwartete Hilfe macht froh.
Das hat auch „der Äthiopier“ aus der heutigen Lesung (Apg 8, 26-40) gespürt. Er ist auf dem Weg zurück von seiner Wallfahrt; er ist auf der inneren Suche und liest auf seinem Weg einen Text vom Propheten Jesaja – keine leichte Kost. Als er Philippus begegnet, kommen die beiden Männer darüber ins Gespräch und der Hofbeamte der äthiopischen Königin lässt sich von Philippus helfen, indem er sich die Schrift auslegen und von Jesus erzählen lässt.
Philippus hilft aber noch weiter. Als sie an eine Wasserstelle kommen, bittet der Äthiopier darum getauft zu werden: „Hier ist Wasser. Was steht meiner Taufe noch im Weg?“(Apg 8,36) Warum auch nicht? Philippus tauft den Mann. Danach sehen sich die beiden nie wieder. Die kurze, schnelle Hilfe hat gereicht, um die Frohe Botschaft weiterzugeben. Das hat gereicht, um Freude zu verbreiten.

Daniel Feldmann


Impuls 29. April 2020

„Man kann die Auferstehung nicht begreifen, sagt Jesus seinen Zuhörern und besonders den Christen, wenn man sie vom Leben trennt und mit nichts als dem Tod als ihrem einzigen Bewährungsfeld in Verbindung bringt. Wer an die Auferstehung im Sinne Jesu glauben und durch diesen Glauben getröstet sein will, muss sich an das Leben auf der Erde halten.“ (Tiemo Rainer Peters)

Aktuell heißt Auferstehung, dass wir nicht darüber schwadronieren, dass Corona, dass HIV, eine Strafe Gottes ist für gottloses Leben. Was für ein theologischer Quatsch! Auferstehung heißt aktuell, dass wir rücksichtsvoll Abstand halten, um niemanden anzustecken, freundlich sind zu Verkäuferinnen und Krankenpflegerinnen, anrufen, wenn Besuche schon nicht möglich sind usw.

Und so erleben wir derzeit bei vielen Begebenheiten die Wahrheit des Liedes „Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung.“ Gotteslob 472. 

Ostern fiel dieses Jahr aus wegen Corona! Fiel Ostern tatsächlich aus wegen Corona? Wenn ich es im obigen Sinne bedenke, habe ich wahrscheinlich noch nie so häufig Ostern erlebt, wie in diesem Jahr. 

Hubertus Rath


Impuls 28. April 2020

Gedankenfetzen beim ersten Tragen der Mund-Nasen-Maske:

Mundschutzmaske
Schutzmaske
Schutz
Schutzmantel
Schutzmantelmadonna

Maria breit den Mantel aus,
mach Schirm und Schild für uns daraus;
lass uns darunter sicher stehn,
bis alle Stürm vorübergehn.
Patronin voller Güte,
uns allezeit behüte.

Bleiben Sie und Ihre Lieben behütet und beschützt.

Ihre Anne Frank


Impuls 27. April 2020

Kraftvoll glauben und vertrauen!

Am heutigen Montag feiern wir den Gedenktag des HL. Petrus Canisius, der der erste und wohl auch bedeutendste deutsche Jesuit war. In Holland geboren (8. Mai 1521), in Köln studiert, setzte er sich mit dem damals sich immer stärker ausbreitenden Protestantismus auseinander. Von Bedeutung sind seine drei Katechismen, mit deren Inhalten er die unterschiedlichen geistigen Begabungen ansprach. Petrus Canisius hat seine Zeit und die damalige Theologie entscheidend beeinflusst, Licht in die zerrissene Glaubenswelt gebracht.

Sein Leben war geprägt von einem großen Vertrauen in Gottes Führung. So sagt er einmal: „Ich weiß oft nicht, was für ein Wind mich vorantreibt, wohin mein Schifflein segelt, wo ich festsitze und wie ich meinen Kurs richtig steuere. Ich vertraue auf Gott, meinen Herrn, der mir alles zum Besten schickt.“

Gerade in unseren Tagen brauchen wir das Vertrauen, dass auch und gerade in diesen unsicheren Wochen und Monaten Gott seine schützende Hand über uns hält. Beten wir um Kraft und Stärke, um Hoffnung und Zuversicht, dass die Menschen nicht ihren Glauben verlieren, gerade wir in dieser Zeit Licht für die Welt sein können, indem wir uns denen zuwenden, die auf unsere Hilfe, auf ein ermutigendes Wort warten. Fangen wir damit an - noch heute!

Diakon Gottfried Rempe


Impuls 26. April 2020 - 3. Sonntag in der Osterzeit

Die Erfahrung der Apostel ist: Sie haben nichts gefangen, aber als sie es noch einmal versuchen, da fangen sie eine große Menge Fische. Wäre es nicht einen Versuch wert, es auch so zu machen: Bei meinem alltäglichen Tun auf das Wort Jesu zu hören und nach seinem Wort zu handeln? Dem Mitmenschen achtsam und liebevoll zu begegnen, mit Freundlichkeit auch in schwierigen Situationen zu antworten? Sicher, dass ist keine Garantie, dass alles sich in Friede, Freude Eierkuchen auflöst, aber ich hätte es wenigstens versucht, ich hätte wenigstens nicht zu einer Verschlechterung des Klimas beigetragen, ich hätte auf Jesus gehört und wäre in seiner Nachfolge gegangen. Vielleicht nur einen Schritt, aber immerhin einen Schritt. Ein Experiment, das mir lohnend erscheint.

Peter Lauschus


Impuls 25. April 2020

Man kann ja bei allem Bedrohlichen und Einschränkendem auch noch etwas Positives finden. Dazu gehört die Freundlichkeit und Anerkennung des medizinischen Personals und des Personals im REWE, Jibi etc.. Dazu gehört die intensive Zeit mit sich selbst, mit seiner Familie. Dazu gehört die Entlastung der Umwelt. Wird das nach der Corona-Krise so bleiben? Oder wird der alte Trott wieder zurückkehren? Werden wir etwas daraus lernen? Fragen, die in vielen Kommentaren gestellt werden. Wer weiß das schon? 

Ganz unabhängig von Corona und lange vor Corona schreibt Gerald Hüther in seinem Buch „Würde: Was uns stark macht - als Einzelne und als Gesellschaft“:

...jeder Mensch kann sich zu jedem Zeitpunkt seines Lebens dafür entscheiden, fortan anders zu leben als bisher.

Etwas bewusster vielleicht, etwas achtsamer gegenüber sich selbst und auch anderen gegenüber.

Mehr im Einklang mit sich und der Natur, zuversichtlicher und auch wieder etwas neugieriger.

Hubertus Rath


Impuls 24. April 2020

Liebe Kinder und Jugendliche, liebe Schwestern und Brüder,

heute möchte ich Ihnen ein Gebet mitteilen, das ich in diesen Tagen im Internet gelesen habe

Lieber Gott,
dieser Corona Virus macht uns allen zu schaffen. Regale in Supermärkten sind leer. Alle drehen durch und hamstern. Die Menschen haben Angst und kaufen, dass die Einkaufswagen voll sind bis zum geht nicht mehr. Ich ärgere mich darüber, dass alle durchdrehen und die Schulen geschlossen sind, denn man kann nicht richtig lernen. Ich habe auch ein wenig Angst, aber nicht um mich, sondern um meine Omas.
Meine Omas bedeutet mir sehr viel, ich habe meine beiden Opas schon verloren und einen davon durfte ich nicht kennenlernen. Es ist beängstigend wie viele Menschen jetzt schon gestorben und infiziert sind. Ich ärgere mich auch über die Menschen die ignorant sind, die einfach sagen „mich interessiert das nicht, ich bin nicht geschädigt.“ Ich bitte dich, lass diese Menschen begreifen, was zurzeit los ist, damit nicht mehr Menschen sterben und dieser Albtraum bald vorbei ist.
AMEN.

Marc, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)

 

Pater Antony Padamattummal


Impuls 23. April 2020

Kirche im WDR – in meinem Fall „Kirche in 1Live: Diese kurzen Einschübe, die ich nicht jeden Tag mitbekomme, sind mir eine willkommene Abwechslung zwischen den alltäglichen Radioinhalten, dem belanglosen, aber unterhaltsamen Gelaber der Moderatoren, den Nachrichten, die mich schon früh aus meiner verträumten Schläfrigkeit in die (Corona-)Realität zurückholen und natürlich der Musik.

Heute Morgen war es wieder soweit, aber auf den ersten Blick -oder vielmehr das erste Hören- hat mich der heutige Impuls überhaupt nicht mitgenommen: Es ging um Gottesbilder. Sehr schnell war mir klar, dass es darauf hinauslaufen wird, dass Gottesbilder total unterschiedlich sind und es kein richtig oder falsch geben kann. …keine besonders neue Erkenntnis.
Aber ganz losgelassen hat mich der Gedanke an die Gottesbilder dann doch nicht. Irgendwann bin ich mit meinen Gedanken bei unseren Kommunionkindern gelandet, die in unserem Pastoralverbund letzten Sonntag oder an einem der beiden kommenden Sonntagen zur Erstkommunion gegangen wären. Mit ihnen habe ich vor Corona in den Schulen viel über Jesus und Gott und die Welt gesprochen. Auch sie haben natürlich ihre ganz eigenen und unterschiedlichen Vorstellungen von Gott. Und wenn sie davon erzählen -mit kindlicher Leichtigkeit oder nachdenklich und voller Fragen- gewinne auch ich manchmal etwas Neues für mein Gottesbild.

Vielleicht haben Sie in diesen Tagen die Gelegenheit mit (Kommunion-)Kindern ins Gespräch zu kommen. Vielleicht kann ihnen ein (ehemaliges) Kommunionkind erzählen, was ihm in der Vorbereitung auf das Sakrament wichtig war. Und vielleicht ist da dann etwas dabei, was ihr Gottesbild ein klein wenig wachsen lässt.

Daniel Feldmann


Impuls 22. April 2020

Die Spannung lässt nach. Bis zum 20.4. haben wir alle Maßnahmen strikt eingehalten. Jetzt mit den ersten Lockerungen macht sich das Gefühl breit, dass wir auf dem Weg zur Normalität sind. 

Bei mir macht sich dieser Spannungsverlust z.B. daran bemerkbar,  dass ich gestern verdrömelt habe, den Impuls für heute zu schreiben, so dass er jetzt später als gewohnt erscheint.

Die Kanzlerin hat doch recht mit ihrem Aufruf, dass wir den bisherigen Erfolg leicht verspielen können.

Dazu fällt mir der Refrain eines meiner frühesten KJG-Lieder ein und vielleicht schenke ich Ihnen für heute einen Ohrwurm:

Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde,
heute wird getan oder auch vertan,
worauf es ankommt,
wenn er kommt.

Hubertus Rath


Impuls 21. April 2020

Heute wollte ich mich durch das Tagesevangelium inspirieren lassen und lächle innerlich, als ich folgende Zeilen lese: „Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht.“    Joh3, 8

Ja tatsächlich windet es draußen ziemlich, so dass ich das Wehen und Klappern durch mein geschlossenes Fenster höre. Ich selbst bin kein Windmensch, Wind macht mich unruhig, lässt mich frösteln, zieht durch jede Ritze und findet immer das Loch im Schal. Wind bringt vieles durcheinander, schlägt Türen auf oder zu und jagt Papier und Gießkanne durch den Garten. Wind hat Kraft, Wind ist eine gewaltige Kraft.

Während ich so meine Sätze formuliere, weht mir ein Gedanke aus einem alten Firmvorbereitungsbuch durch den Kopf:

 „Sturmwind und Feuer sind die unheimlichsten unter allen Elementen, …“ heißt es da. „…und sie lassen nicht, was sie ergreifen, an seinem Ort und in seinem Zustand … Wer also bittet, <<Komm, heiliger Geist>>, muss auch bereit sein, zu bitten: Komm und störe mich, wo ich gestört sein muss.“ (W. Stählin)

So will ich heute dem Wind eine Chance geben, mich durchpusten lassen und herausfinden, wo ich gestört sein muss, damit Leben und Aufgaben neu gesehen werden können.

Machen Sie doch mit!

 

Ihnen und Ihren Familien einen gesegneten Tag,

Ihre Anne Frank


Impuls 20. April 2020

Meine Entdeckung des Sonntags, des 2. Ostersonntags im Corona-Jahr 2020: 1000+1  mal gelesen, bislang nie bewusst wahrgenommen:

"Gottes Kraft behütet euch durch den Glauben, (...). Deshalb seid ihr voll Freude, wenn ihr auch für kurze Zeit durch mancherlei Prüfungen betrübt werdet!" (1 Petr. 1, 5.6.)

Meine kleinen Prüfungen:

+ Gottesdienste ohne leiblich anwesende Gemeinschaft zu feiern
+ immer schön den "Abstands-Anstand" zu wahren
+ nicht in Euphorie zu verfallen, weil wir ganz gute Ergebnisse im Kampf gegen Corona haben

Meine Freude:

+ eine spürbare Phantasie der Verantwortlichen und ein Auftauen der Handlungsstarre, um bald wieder gemeinsame Gottesdienste zu feiern
+ eine neu gelernte "Kultur der liebenden Blicke" - sogar durch Mund-Nasenmaken hindurch bei mir und bei Anderen
+ ein etwas geschärfter "Abwarten!" könnender Blick auf die Wirklichkeit mit einer größeren Portion Geduld als dies vor einigen Monaten noch möglich war

 

Für Sie/für Dich zum Ausfüllen:

Meine kleinen Prüfungen:

+ ......
+ ......
+ ......

Meine Freude:

+ .....
+ .....
+ .....

Mein Segen für Sie/für Dich  zum Abschied: s.o. 1 Petr. 1,5.6!

E. Zoor, Pastor


Impuls 19. April 2020 - Weißer Sonntag

Der ungläubige Thomas. So wird der Apostel Thomas oft genannt: Denn er will nicht aufgrund der Aussagen seiner Mitapostel an die Auferstehung glauben, er verlangt Beweise. Jahrhundertelang wurde er deswegen als „schlechtes Beispiel“ benannt. Dazu passt ja auch das Wort Jesu an ihn „Selig, die nicht sehen und doch glauben!“ Manchmal denke ich aber, er könnte in unseren Tagen doch ein Vorbild sein. Für uns als Christen, da unser Glaube nicht vom Hörensagen allein kommen kann, sondern aus der Erfahrung lebt. Das meinte ja auch schon Karl Rahner: „Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein oder er wird nicht sein!“ Damit meint er nicht, dass wir irgendwelche Christus Visionen, Erscheinungen der Muttergottes oder andere spirituelle Höchstleistungen für unseren Glauben brauchen, sondern dass wir Erfahrungen mit unserem Glauben machen. Und die können ganz einfach sein: Das Vorbild der Eltern, eine Hilfe, die man von der Caritas bekommen hat, ein Gottesdienst der einen im Herzen berührt hat. Diese einfachen Erfahrungen können das Fundament unseres persönlichen Glaubens sein.

Aber er könnte auch ein Vorbild für uns sein als Mensch und als Bürger: Das wir nicht auf jedes Gerücht jedes Hörensagen anspringen und es unbesehen glauben. Gerüchte und Fake News füllen die sozialen Netzwerke mit Verschwörungstheorien und teilweise abstrusen Behauptungen. Da hilft es manchmal einfach einmal die Frage zu stellen: „Ist das glaubwürdig? Kann das sein?“ Und wenn wir selber nicht weiterkommen nicht weiterwissen? Dann kann man auf seine Erfahrung zurückgreifen, auf Erlebnisse die man gemacht hat, auf Menschen (und Medien) die sich als glaubwürdig erwiesen haben. Auch das kann hilfreich sein.

Peter Lauschus


Impuls 18. April 2020

Es gibt Menschen, die sagen, dass sie Gott erfahren haben. Sie sprechen nicht darüber, ob Gott existiert oder nicht, sondern sagen, dass sie seine Nähe erfahren haben, unmittelbar, unerwartet, ganz persönlich. Eher wie nebenbei, nicht so, dass sie danach gesucht hätten. Sie sprechen darüber, ohne sich anderen aufdrängen zu wollen. Sie sprechen aber dennoch und schweigen nicht, weil sie der Überzeugung sind, dass das, was ihnen widerfahren ist, sich im Leben jedes Menschen ereignen kann.

Solcher Art sind die Begegnungen mit dem Auferstandenen: Wir haben den Herrn gesehen! Maria von Magdala, die Emmausjünger, der Kreis der elf, schließlich Saulus/Paulus. Sie machen sich keine Gedanken, ob sie glaubhaft rüberkommen. Sie machen sich keine Gedanken, was das Erlebte bedeutet oder welche Folgen es hat. Ihre Nachricht ist einfach und doch umwerfend: Wir haben den Herrn gesehen!!

Hubertus Rath


Impuls 17. April 2020

Zugegeben
Geld ist wichtig
ich muss die Miete zahlen
damit ich ein Dach über dem Kopf habe
ich muss Brot Butter Obst kaufen
damit ich leben kann
und ab und an eine Flasche Wein
ich muss die Reparaturrechnung fürs Auto überweisen
und den Beitrag für die Berufsgenossenschaft:
und das Finanzamt holt sich
sein Geld im Einzugsverfahren

zugegeben
wenn ich zu wenig Geld habe
um Miete Lebensmittel
Telefon und Kleidung zu bezahlen
dann wird das Geld noch wichtiger
und wenn es erst soweit ist
dass der Vermieter kündigt
weil ich nicht bezahlen kann
der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht
ich Lebensnotwendiges nicht mehr kaufen kann
dann ist das mit dem Geld todernst
zugegeben

und trotzdem
das wirklich Wichtige lässt sich auch
mit noch so viel Geld nicht kaufen
Gesundheit zum Beispiel
Freundschaft und Liebe
der frohe Gesang der Amsel am Abend
der rotglühende Sonnenaufgang
das Lächeln des Freundes
die rücksichtsvolle Geste des Nachbarn
das zarte Grün des Frühlings
die bunten Farben des Herbstes
die schmale Sichel des Mondes

bei aller Notwendigkeit
bleibt Geld doch
ein irdisches Zahlungsmittel
und entlarvt sich damit selbst
in seiner Vorläufigkeit

im Reich Gottes
wird anders gerechnet

da zählen
Glaube
Hoffnung
Liebe

Aus: Anselm Grün / Andrea Schwarz, Alles lassen, weil er mich lässt. Lebenskultur aus dem Evangelium. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2001 (1995).

 

Pater Antony Padamattummal


Impuls 16. April 2020

Ich finde das Emmaus-Evangelium wirklich schön, es hat viele Punkte, die es mir leichter als andere Stellen erlauben, mich mit den Jüngern zu identifizieren. So merke auch ich oft erst im Nachhinein, dass etwas tolles geschehen ist oder ich jemand Großartigem begegnet bin. „Brannte uns nicht das Herz…“ sagen die Jünger zueinander, wenn sie im Nachhinein erkennen, dass Jesus bei ihnen war.

Vielfach wird das heutige Evangelium (Lk 24, 35-48) als Ende der Emmaus-Geschichte beschrieben; die beiden Jünger kehren nach Jerusalem zurück und teilen ihre Erlebnisse und ihren stärker gewordenen Glauben mit den anderen Jüngern, als Jesus selbst (wieder) in ihre Mitte tritt. Wieder ist von Zweifeln die Rede – auch etwas, was nicht an Aktualität verloren hat.

Ein weiterer Punkt ist die Verbindung zu den „Alten Schriften“: Alles, was Jesus widerfahren ist, hat seine Vorausbilder im Alten Testament, das erklärt Jesus den Jüngern (erneut).
„Die Schrift“ bekommt Bezug zum eigenen Leben. Das ist keine Selbstverständlichkeit, nicht für die Jünger damals und nicht für uns. Denn das Verständnis der Schrift ist in diesem Sinne dazu angehalten, immer wieder aktualisiert und erneuert zu werden – besonders da, wo es für mich selbst Relevanz bekommen soll. Das Evangelium ist ja nicht um der damaligen Jünger wegen aufgeschrieben worden, sondern um unseretwillen. Es soll nicht die Zweifel und die Ängste der Menschen von damals dokumentieren, sondern unserem Leben dienen, Bezug zu unseren Herausforderungen bekommen.

Den Jüngern zeigt Jesus, dass seine Erscheinung keine Einbildung ist, indem er ein Stück Fisch isst.
Der Fisch ist ein altes Zeichen des Christentums und ein Akronym, ΙΧΘΥΣ (griechisch für Fisch), das ein kleines Glaubensbekenntnis beinhaltet.

Ι – Jesus (gr. Ιησούς)
Χ – Christus (Χριστός)
Θ – Gottes (Θεού)
Υ – Sohn (Υιός)
Σ – Retter (Σωτήρ)

In diesem Sinne wünsche ich auch Ihnen beim Lesen in der Bibel ganz eigene Fisch-Momente.

 

Daniel Feldmann


Impuls 15. April 2020

In den Lesungen des heutigen Tages ist zweimal vom Ansehen die Rede: In der Lesung sitzt ein Bettler am Tor des Tempels und bittet Petrus und Johannes um ein Almosen. Petrus und Johannes blickten ihn an und Petrus sagt zu ihm: „Sieh uns an!“ Da wandte er (der Bettler) sich ihnen zu und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen.                 Apg 3, 4+5.

Das Evangelium erzählt von Maria von Magdala am Grab: „Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wußte aber nicht, das es Jesus war.“ Und wenig später wendet sie sich ihm zu, obwohl sie sich ihm schon zugewandt hatte: „Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.           Joh 20, 14 + 16
Dazu ein Text von Andrea Schwarz:

„Ostern ist das Fest der Schöheit von uns Menschen - weil Gott seine Liebe zu uns abgrundtief mitgebt, und uns gerade dadurch in seine Arme nimmt. Immer dann, wenn wir zerlumpt und zerzaust sind, wenn wir uns hässlich und unansehnlich finden, gerade dann nimmt er uns in seine Arme und schaut uns an und sagt: Schön bist du, meine Freundin, mein Freund! Ich liebe dich, so wie du bist! Komm in meine Arme!

Was ist Ostern? Nicht im Tod stecken bleiben, sondern sich in Gottes Arme werfen. Damit er mich in den Arm nehmen und mit seiner Liebe anschauen kann. Damit ich wieder „schön“ und „heil“ werden kann.

 

Hubertus Rath


Impuls 14. April 2020

Heute ist Dienstag, Dienstag nach Ostern, willkommen im Alltag.

Fünf Tage lang haben wir nun in den unterschiedlichsten Formen der letzten Lebenstage Jesu gedacht und Auferstehung gefeiert. Da gab es Impulse, Chatrooms für den gemeinsamen Austausch, Familien-Agapefeiern, Bibelstudium und Gespräche über das Gelesene, Radio-, Fernseh- und Internetgottesdienste, Gebete am selbst gestalteten Ostergarten, Osterfeuer auf der Terrasse, liebevoll geschmückte Kirchen mit Osterkerze am Altar und sicherlich viele Ostergrüße und Wünsche an Freunde und Verwandte. Ab heute nun ist wieder Alltag, das Alltägliche hat uns wieder, soweit wir in Coronazeiten von alltäglich sprechen können. Wie gelingt eigentlich Jesusnachfolge im ganz normalen Leben, außerhalb der Feiertage?

Ganz vieles geschieht im Tun, im selbstverständlichen, alltäglichen Einsatz für meine Nächsten, für die, die gerade Hilfe brauchen.

Ganz vieles geschieht im freundlichen Lächeln für den, der mir begegnet.

Ganz vieles geschieht im Gebet, im Sprechen mit Gott, mit meinen eigenen Worten. Danken – bitten- Freude und Sorgen aussprechen.

Mit meinen eigenen Worten beten, das ist eine kleine Herausforderung, finde ich. Aber es lohnt den Versuch, denn dann hat Gott die Chance auch im Alltag bei uns anzukommen. Probieren Sie es einfach aus, egal ob nach dem Aufstehen als Start in den Tag, zum Mittag mit der Familie oder als Tagesabschluss vor dem Schlafen gehen.

Gott, ich will mich trauen, mit dir ins Gespräch zu kommen. Ich will offen sein, für die Zeichen deiner Nähe in meinem Alltag. Ich danke dir für die österliche Zeit mit meiner Familie. Ich bitte für die vielen Kranken und für alle, die Sorgen haben. Amen.

 

Ihnen und Ihren Familien einen guten Start in den Alltag nach Ostern,

Ihre Anne Frank


Impuls 13. April 20202 - Ostermontag

Es scheint ein gesundes Tempo gewesen zu sein.

Die beiden konnten ja noch miteinander sprechen - im Gehen.

Es war ihnen noch nicht die Puste ausgegangen.

Und das war die Szenerie, die der Auferstandene so gut gebrauchen konnte, um Ihnen seine Gegenwart zu schenken:

"Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen."  (Lk 24, 15)

Mir sagt das: Ostern kann ich erleben, wenn ich das, was ich über meinen Glauben, über die Auferstehung denke, ins Wort bringe.

Ostern kann in mir geschehen, wenn ich nicht länger den Mund halte über das, was mich da brennend interessiert.

Ostern geht nur im Dialog über das Logische und Unlogische der österlichen Botschaft.

Ostern geht nicht nur mit mir selbst.

Ostern ist Leben und Glauben mit brenndenden Herzen.

  - auf dem Weg nach Emmaus, auf dem Weg in den Alltag.

Herr, lass nicht zu, dass ich selbst diesen Brand in meinem Herzen lösche. Amen

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E. Zoor, KhPfr


Impuls 12. April 2020 - Ostersonntag

In dem Jahr in dem ich an Ostern im Priesterseminar war, schon Diakon, aber noch kein Priester unterlief dem Mitbruder, der im Osterhochamt den Abschlussruf des Osterhochamtes singen sollte, ein Missgeschick: Er verhedderte sich im „Ite missa est Halleluja, Halleluja, Halleluja!“ so dass am Ende der Melodie entweder noch Text, oder aber Noten übrig waren. Ein ungeplantes Osterlachen war die Folge. Vielleicht wird das Halleluja dieses Jahr auch manchem schwerer als gewöhnlich über die Lippen kommen, angesichts ausgefallener Gottesdienste und angesichts der allgemeinen Sorge und Ungewissheit! Das ist verständlich und durchaus menschlich, aber wir sollten uns trotzdem nicht die Osterfreude nehmen lassen. „Der Herr ist auferstanden!“, diese Botschaft gilt auch heute noch, wie vor knapp zweitausend Jahren und kann unser Leben mit Licht und Freude erfüllen!

Allen ein gesegnetes Osterfest!

Vikar Peter Lauschus


Impuls 11. April 2020 - Karsamstag

„Karsamstag: Grabesruhe. Der Todeskampf Jesu ist zu Ende. Josef von Arimatäa hat Pilatus um den Leichnam Jesu gebeten, um ihn zu bestatten. Dieses Bild von Raffael zeigt den Abschiedsmoment zwischen Kreuz und Grab. Links die Grabhöhle, rechts im Hintergrund die leeren Kreuze. 

Die Menschen haben sich verändert. Die Gewalttätigen, die Spötter, die Gleichgültigen, die Gaffer vom Karfreitag haben sich davongemacht. Jetzt stehen die im Vordergrund, von denen es in der Leidensgeschichte heißt, sie sahen von Ferne zu oder sie standen unter dem Kreuz: Die Frauen Maria von Magdala, Maria, die Mutter des Herrn, Salome, Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und Joses. Und die Männer Josef von Arimathäa, Nikodemus, Johannes. niemand steht müßig oder unbeteiligt dabei.

Gestern wurde Jesus geschlagen, bespuckt, verhöhnt. Jetzt ist er in guten Händen.  Diese Menschen erweisen ihm einen Liebesdienst, ein Werk der Barmherzigkeit. Kraftvoll, aber behutsam fassen die Männer zu. Kraftvoll, aber behutsam halten die Frauen im Hintergrund Maria. Und in der zärtlichen Berührung der Maria Magdalena zeichnet sich das „Rabbuni!“ des nächsten Tages vor.

 

Herr,

du bist in die Nacht des Todes hinuntergestiegen. Aber dein Leichnam wird von gütigen Händen aufgenommen und mit reinem Linnen umhüllt. Der Glaube ist nicht ganz gestorben, die Sonne nicht völlig untergegangen.

Hilf uns, das wir dich nicht allein lassen. Gib uns die Treue, die standhält in der Verwirrung, und die Liebe, die dich gerade in deiner äußersten Not umfängt.

Hilf uns, hilf den Armen und den Reichen, den Einfachen und den Gescheiten, durch Ängste und Vorurteile durchzublicken und in dir unser Vermögen, unser Herz, unsere Zeit darzubieten und so den Garten zu bereiten, in dem Auferstehung geschehen kann. Benedikt XVI. Karfreitagsgebet

 

Hubertus Rath


Impuls 10. April 2020 - Karfreitag

Wir alle sind in Sorge, liebe Schwestern und Brüder,
um unsere Lieben und um uns selbst.

Denn so etwas hat noch keine, noch keiner von uns erlebt.
Ein Virus lähmt die Welt, ein Virus bestimmt unser Leben und unser Verhalten zueinander.
An diesem Karfreitag, an dem wir des qualvollen Leidens und Sterbens Jesu gedenken beten wir das Karfreitagsgebet 2020

 

(Große Fürbitte in der Corona-Pandemie,
vorgeschlagen von der vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst)

 

Lasst uns beten für alle Menschen,
die in diesen Wochen schwer erkrankt sind;
für alle, die in Angst leben und füreinander Sorge tragen;
für alle, die sich in Medizin und in Pflege um kranke Menschen kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
und für alle, die Entscheidungen treffen müssen
und im Einsatz sind für die Gesellschaft,
aber auch die vielen,
die der Tod aus dem Leben gerissen hat.
Allmächtiger, ewiger Gott,
Du bist uns Zuflucht und Stärke.
Viele Generationen haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei,
die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben,
dass Du alle Menschen in Deinen guten Händen hältst.
Die Verstorbenen aber
nimm auf in Dein Reich,
wo sie bei dir geborgen sind. 
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Pater Antony Padamattummal

 


Impuls 9. April 2020 - Gründonnerstag

Du bist wieder klein geworden,
hast dich der niedersten Aufgabe angenommen.
Du bist der, der Füße wäscht.

Dabei bist du doch derjenige,
der dem Mahl vorsteht, das Gebet spricht.
Du bist der, zu dem wir aufblicken.

Du bist groß,
weißt was auf dich zukommt.
Du bist Gottes Sohn.

Auch du betest zu Gott und lebst mit deinen Freunden,
ringst um dein Schicksal, spürst Freude, Trauer, Enttäuschung.
Du bist Mensch.

Herr Jesus Christus,
im Geschehen um Gründonnerstag zeigst du mir so viel von dir,
was dein Leben ausmacht
und was du dir für mein Leben wünscht.

Ich schaue bewundernd zu dir auf, wenn deine Göttlichkeit strahlt.
Und fühle mich dir doch so nah, wenn du im Garten Getsemani betest.
Danke!

 

Daniel Feldmann


Impuls 8. April 2020 - Mittwoch der Karwoche

Dominus flevit heisst die Kapelle auf dem Ölberg mit diesem grandiosen Blick auf die Altstadt von Jerusalem. Sie erinnert daran, dass Jesus bei seinem Einzug nach Jerusalem über die Stadt weinte: „Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt.“ Lk 19, 41-44

Jerusalem ist die Stadt des letzten Abendmahls. Vor den Toren der Stadt wird Jesus gekreuzigt und begraben. Hier wird er auferweckt und erscheint den Jüngern. Mitten in dem Gewühle dieser Stadt trägt sich das zu. Nicht irgendwo auf einer fernen Insel oder auf einem schönen Berg, sondern mitten in dieser lauten Stadt mit ihrem trubeligen alltäglichen Geschäftsleben. 

Mitten in unserer Stadt, geprägt von Kontaktverbot und Coronakrise trägt sich dieses Jahr Ostern zu, auch wenn wir nicht zu den Gottesdiensten zusammenkommen können. Jesus will mitten in deinem und meinem Leben anwesend sein mit dem Abendmahl, mit dem Leiden und auch mit der Hoffnung auf Auferstehung.

Hubertus Rath


Impuls 7. April 2020 - Dienstag der Karwoche

Heute ist mein „Corona-Krisen-Tag“!

Ich weiß, das hier ist stöhnen auf hohem Niveau, denn es geht mir und meiner Familie sehr gut, aber ich habe dennoch einfach keine Lust mehr auf Corona-Nachrichten, Corona-Spezial oder Corona-Klicker. Ich will sie am liebsten gar nicht mehr wissen, die Zahlen der Infizierten und der Todesfälle. Ich möchte sie nicht mehr sehen, die Bilder aus den Krankenhäusern und von den Särgen in Kühlcontainern.

Ich hätte gerne eine Perspektive auf eine Welt wieder ohne Corona, aber ich weiß, die wird es nicht geben. Und ich weiß auch, „weglaufen gilt nicht“.

Ich bleibe also, natürlich bleibe ich! Ich sehe die Sonne draußen, ich freue mich auf die selbstgemachte Nudelsauce zu Hause und bin dankbar über die Worte und Gedanken des folgenden Textes, die mir heute an diesem Tag gut tun.

Vielleicht können sie auch Sie stärken.

Kommen Sie und Ihre Familie gut durch diese Woche,

Ihre Anne Frank

 

Suchende sind wir, Herr,
nach einem Sinn.
Lass uns finden
hinter den Worten:

Dein Wort.

Wartende sind wir, Herr,
auf ein Echo.
Lass uns hören
zwischen den Pausen:
Dein Atmen.

Tastende sind wir, Herr,
nach einem Grund.
Lass uns greifen
hinter den Sätzen:
Dein Geheimnis.

Sehnende sind wir, Herr,
Tag für Tag.
Lass uns spüren
in unserer Sehnsucht:
Deine Liebe

(Alois Albrecht u.a.)

Hoffende sind wir, Herr,
auf ein Zeichen.

Lass uns lesen
zwischen den Zeilen:
Dein Antlitz.

 

Impuls 6. April 2020 - Montag der Karwoche

"Keine Prozession - aber ein Prozess!"

ER ist also in Jerusalem angekommen, gestern.

ER ist eingeritten.

Auf einem Esel - nicht auf einem Schlachtross.

Damit hat SEIN Ende begonnen.

SEIN Leben wird in fünf Tagen Geschichte sein.

Es wird beendet.

Und es wird neu begonnen - drei Tage später.

ER ist in diesem Jahr ohne mich eingezogen.

Ich konnte nicht dabei sein.

Ein Bio-Gemisch hat mich davon abgehalten.

Und Gesetze, von Menschen gemacht.

Ich konnte IHM keine Kleidung auf den Weg legen.

Und auch keine Zweige streuen.

Aber der Prozess geht weiter.

Jerusalem ist mein Inneres.

Und ich streue IHM dort Zweige, wo ich IHM erlaube, in mein Leben zu kommen.

An jedem Tag.

Das ganze Jahr über: bei Sommerhitze, Weihnachten.

Hier und heute geht seit ein paar Wochen Vieles nicht mehr.

Da ist manches wie tot.

Aber: Wenn ER in mir ist, wird es neues Leben in mir geben.

"Komm, Herr Jesus!"

 

 

E. Zoor, KhPf


Impuls 5. April 2020

Am Palmsonntag steht der Einzug Jesu in Jerusalem im Mittelpunkt. Gewöhnlich begehen wir dieses Ereignis mit einer Prozession und die Palmstöcke, die wir dabei in den Händen tragen, bewahren wir das Jahr über auf.

Ein Schattendasein führt dabei immer der Esel, das Reittier Jesu. Er ist einfach da, er tut seinen Dienst in Geduld, Treue und Beharrlichkeit. Alles Tugenden, die wir in diesen Tagen besonders brauchen können!

Dom Helder Camara, der als Erzbischof von Olinda und Recife in Brasilien ein bedeutender Vertreter der Befreiungstheologie und ein Bischof für die Armen und Elenden war, hat das schon früher entdeckt und in einem Gebet formuliert:

Herr, lass mich dein Esel sein, auf dem du zu den Menschen kommst.
Gib mir die Genügsamkeit und Eselsgeduld,
die Kraft zum Tragen und auch die Sturheit, die ich brauche,
um Träger deiner Liebe in einer Welt des Hasses zu sein.
Lass mich dein Esel sein, Christus,
dass ich dich zu anderen trage!

 

Peter Lauschus


Impuls 4. April 2020

Es gibt doch tatsächlich eine heilige Corona, eine junge Frau, die in den Christenverfolgungen der frühen Zeit ihr Leben verlor. In Österreich und Bayern gibt es Patronate und Wallfahrten und auch der Aachener Dom bewahrt eine Reliquie der hl. Corona auf. Sie gilt unter anderem auch als Schutzpatronin gegen Seuchen. So steht es in der Münsteraner Kirchenzeitung „kirche und leben“. Johannes Hartl hat ein Gebet in der Coronakrise verfasst:

Herr,
wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie und allen
Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung, den
Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind, alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

 

Guter Gott, wir bringen dir alle, die in Quarantäne sein müssen,
sich einsam fühlen, niemanden umarmen können.
Berühre du Herzen mit deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen,
dass die Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir nicht alles kontrollieren können und irgendwann sterben werden.
Dass du allein ewig bist
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen dir. Danke.

 

Hubertus Rath, Pfarrer


Impuls 3. April 2020

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

In dieser unruhigen, unsicheren Zeit der Coronakrise möchte ich mit Ihnen diese Psalmverse betrachten.

Herr, Du erforschst mich und kennst mich
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;

Du verstehst meine Gedanken von Ferne“.                   Ps. 139 1-2

Diese Verse sollen uns Trost geben. Es bedeutet nichts anderes als Gott vorab weiß was wir denken. Bevor wir die Worte finden, noch um die Formulierung ringen, weiß er was wir sagen wollen. Bevor wir unsere Gedanken sortiert haben weiß er wie es in uns aussieht. Er kennt uns besser als wir selbst. 

In zwischenmenschlichen Bereichen ist es auch so; wenn da jemand ist, der uns versteht oder wo wir zumindest das Empfinden haben, er begreift jetzt wie es in mir aussieht, dann fangen wir an uns zu öffnen. Auf einmal trauen wir uns über unsere Schwächen zu reden. Denn manchmal als Menschen des Glaubens, Menschen, die vielleicht Verantwortung über andere haben, neigen wir dazu uns als stärker zu geben als wir in Wirklichkeit sind. Aber ehrlich, wir sind doch gar nicht immer so stark wie wir meinen oder wie wir es vielleicht auch tun.

Dieser Psalm eröffnet uns, wir müssen unsere Ängste und Sorgen, selbst unsere Zweifel nicht unterdrücken. wir dürfen Gott sagen wie es wirklich um uns steht.

Wenn wir im Moment, in solchen unruhigen Zeiten sind und merken, unser Glaube gar nicht so stark ist, vielleicht wir Zweifel haben, ob unsere Gebete zu ihm durchdringen, ob er überhaupt da ist- das möchte ich all denen sagen, die momentan solch eine Unruhe erfasst, die das Gefühl haben, da ist etwas, was ich eigentlich unterdrücken wollen würde, aber es gelingt ihnen nicht.

Genau das dürfen wir Gott jetzt auch sagen. Es findet im Gebet ein Vertrauenswechsel statt: Von uns zu Gott. 

Jesus sagt in seiner Bergpredigt "Seht euch die Vögel an! Sie sähen nicht, ernten nicht, sammeln keine Vorräte (kein Hamsterverkauf), und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr Wert als sie?"

 

Euer Pater Antony


Impuls 2. April 2020

Bad Driburg, Deutschland, ja beinahe die ganze Welt scheint in weiten Teilen auf Pause gestellt zu sein. Die schwere Zeit stellt uns vor neue Herausforderungen.
Mittlerweile ist zum Beispiel ganz klar: Es wird keine Kar- und Ostergottesdienste in den Kirchen geben.

Aber Ostern fällt nicht aus! Auch in diesem Jahr dürfen wir feiern und uns sicher sein, dass mit Jesus das Leben endgültig über den Tod gesiegt hat.
Die Natur zeigt es uns, sie ist im Moment alles andere als auf Pause gestellt. Das helle Leben kommt zurück in die dunklen Böden und Äste und bricht aus ihnen hervor.

Meine Kollegin Anne Frank und ich bieten in den kommenden geprägten Tagen besondere Impulse an, die dazu einladen, sich ein Stück dieser lebendigen Natur ins Haus zu holen.
Wir laden Sie ein, einen Mini-Ostergarten zu gestalten.
Auch wenn sich dieses Angebot in erster Linie an Kinder richtet, haben vielleicht auch Sie Freude an diesen Angeboten.

Ob so oder auf Ihre eigene Weise, bete ich darum, dass uns allen das Wunder, das wir an Ostern feiern, auch dieses Jahr erreicht.

 

Daniel Feldmann, Religionspädagoge

 


Impuls 1. April 2020

Für alle, die sich auf ein Schwätzchen mit Bekannten und Freunden, mit Arbeitskollegen und Nachbarn freuen, für alle, die das Briefe schreiben für sich wieder entdecken und für die, die neuerdings Whatsapp mit Bildern und Videos verschicken und für die Frauen und Männer der Telefonseelsorge ein Text von Inge Hartmann:

Jeder braucht einen Platz,
um sich auszusprechen,
auszuweinen, anzulehnen,
schwach zu sein. Jeder.

Der kleine Bub, dem man gesagt hat,
daß Jungen nicht weinen,
genauso wie der Star,
der seinen Ruhm nicht verkraftet.

Die Frau, die die Sorgen ihrer Kinder
wichtiger nimmt als ihre eigenen,
genauso wie der Geschäftsmann,
der am Konkurrenzkampf zerbricht.

Einen Platz,
wo der Schmerz gut aufgehoben ist.
Für die Juden ist dieser Ort
die letzte Mauer ihres zerstörten Tempels,
die Klagemauer.

Es gibt viele Klagemauern.
Für jeden.
Ein Zettel, ein Tagebuch, ein Brief.
Der alte Baum, den ich gut kennen.
Musik, die ich mag.
Ein Gebet.

Und es gibt Menschen,
die mir zuhören und antworten.
Ich möchte den Mut haben,
sie um Hilfe zu bitten.

Vielleicht braucht morgen jemand mich
als Klagemauer.

 

Hubertus Rath, Pfarrer


Impuls 31. März 2020

Das kenne ich, dachte ich beim Radiogottesdienst, als die Melodie des nächsten Liedes an mein Ohr drang. Aber der Text, war der immer schon so? Es scheint fast, als sei er für das Heute geschrieben. „Haben Sie ein Offenes Ohr für alles Gute, was in Ihr Herz hineinklingen möchte.“, schlug mein Kollege Edgar Zoor in seinem gestrigen Impuls vor. Die folgenden Liedzeilen haben tatsächlich mein Ohr getroffen und mein Herz neu berührt. Wenn Sie mögen, lassen auch Sie sich berühren.

Text und Musik sind von Anne Quigley, die deutsche Übersetzung machte Eugen Eckert.

 

Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach Dir, dich zu sehn, Dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur Du sie gibst.

Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir- -
In Sorge, im Schmerz sei da, sei uns nahe, Gott.

Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir.-
In Ohnmacht, in Furcht sei da, sei uns nahe, Gott.

Um Heilung, um Ganz-sein, um Zukunft bitten wir. –
In Krankheit, im Tod sei da, sei uns nahe, Gott.

Dass Du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir. –
Wir hoffen auf Dich; sei da, sei uns nahe, Gott.

Ihnen und Ihren Familien einen gesegneten und frohen Tag,

Ihre Anne Frank

Zum Anhören: https://www.youtube.com/watch?v=VJ9u0JLPaDk


Impuls 30. März 2020

Heute Abend wird es wieder soweit sein: Sie werden um 19.30h die Glocken läuten hören – ganz gleich, wo Sie auch wohnen. Diese Glocken laden aber nicht zu einem Gottesdienst ein.

Das tägliche Geläut in allen katholischen Kirchen um 19.30h während der Corona-Krise ist ein Zeichen der Solidarität und der unüberhörbaren Erfahrung: Ich bin jetzt nicht alleine! Wir sind verbunden als Solche, die daran glauben, dass Himmel und Erde nicht getrennt sind – schon gar nicht in einer Zeit, die wir als Krise bezeichnen müssen.

Denn die Glockentöne kommen ja nicht nur in unsere Ohren hier unten. Sie sind weit nach oben zu hören. Wenn Sie mir dieses Bild gestatten: Sie werden auch vom „Ohr Gottes“ gehört.

Vielleicht kann das bewusste Hören unserer täglichen „Glockenpredigt“ heute Abend und in den kommenden Tagen unser eigenes Gehör neu stärken: Damit wir die leisen Töne im Alltag nicht überhören:

Wenn uns die Menschen ihre Angst mitteilen möchten …

Wenn uns unsere Familienangehörigen sagen möchten: „Ich komme langsam an die Grenze!“

Wenn uns Gott dann ganz leise ins Ohr flüstert: „Ich bin hier jetzt bei Dir! Und ich bleibe auch! Solange, bis wir das geschafft haben!“

Mein Segen für Sie an diesem Tag:  Haben Sie ein Offenes Ohr für alles Gute, was in Ihr Herz hineinklingen möchte.

E. Zoor, KhPfr


Impuls 29. März 2020 - 5. Fastensonntag

Lesejahr A Johannes, 11,1-45

„Lazarus, komm heraus!“ Gern würden wir diese Worte hören: „Komm heraus! Alles ist wieder gut, der Virus ist besiegt!“ Aber bis dahin müssen wir wohl noch warten.

Trotzdem kann dieses Wort für den heutigen Tag sinnvoll und wertvoll sein: Wenn wir versuchen aus unserer eigenen Gefangenschaft zu entkommen. Denn, wenn wir auf unser Leben schauen, dann finden wir doch Dinge, Umstände, Situationen, die uns gefangen halten, wie Lazarus das Grab. Zuerst müssen wir den Stein wegrollen, auch wenn der Anblick vielleicht nicht gerade besonders schön ist. Wir müssen den Blick auf uns wenden und uns und unser Leben anschauen (Ein Beichtspiegel kann da ganz hilfreich sein). Dann können wir unsere Ohren für Gottes Wort öffnen, sein Wort der Barmherzigkeit und Liebe in uns aufnehmen, damit wir freikommen, aus unserem Grab treten und neues Leben empfangen können, wie Lazarus. Aber wir werden noch Hilfe brauchen von anderen Menschen, die uns aus unsere Bindungen befreien, die Binden abnehmen und uns zurückholen in die Welt der Lebenden. Die uns auf diesem Weg des neuen Lebens begleiten und stärken. Wer könnte das sein? An wen kann ich mich wenden? Im Allgemeinen Schuldbekenntnis heißt es: „Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott unserem Herrn.“ Die Gemeinschaft der Kirche ist die erste Gruppe von Menschen, die mir auf dem Weg helfen kann. Aber auch ein guter Freund oder ein geistlicher Begleiter können hilfreich sein auf diesem Weg, der ein Weg ins neue Leben ist.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Lauschus


Impuls 28. März 2020

Haben Sie sich vor Corona schon mal bewußt bei einer Kassiererin bedankt? Klar, die übliche Höflichkeitsfloskel „Danke“ bei der Übergabe des Rückgeldes, aber ganz bewußt „Danke!“ dafür, dass sie unverdrossen ihren Dienst tut, doch eher nicht. Applaus gab es nach der Landung für die Crew bei Charterflügen, aber Applaus für Krankenschwestern und Krankenpfleger für ihren Dienst gab es vor Corona nicht. Diese Freundlichkeit und Anerkennung ist ein Gewinn und wird unser Leben nach der Coronakrise bereichern. Dazu ein Text des Indianers Henry Old Coyote, Crow:

„Wenn du dein Herz nicht hart werden lässt,
wenn du deinen Mitmenschen kleine Freundlichkeiten erweist,
werden sie dir mit Zuneigung antworten.
Sie werden dir freundliche Gedanken schenken.
Je mehr Menschen du hilfst,
desto mehr dieser guten Gedanken werden auf dich gerichtet sein.
Dass Menschen dir wohlgesinnt sind,
ist mehr wert als Reichtum."

 

H. Rath, Pfarrer


Impuls 27. März 2020

Wenn ich von meinem Balkon heruntersehe, dann schaue ich jeden Freitag auf einen Teil des Bad Driburg Wochenmarktes. Die Marktstände mit Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch, Backwaren und Blumen und was es sonst noch so gibt. Meistens sieht man auch viele Menschen zwischen den Ständen, jetzt werden es wohl ein paar weniger sein. Das Bild ist normal, alltäglich. Genau wie der Einkauf in den vielen Geschäften unserer Stadt: Spielwaren und Bücher, Lebensmittel und Töpfe, Jacken, Hosen Mäntel, Kleider, alles, was das Herz begehrt. Zurzeit gibt es aber nur lebensnotwendiges zu kaufen, die anderen Geschäfte sind zu. Und da wir in einer kleinen Stadt leben, bedeutet Einkaufen auch immer ein Schwätzchen halten, Informationen sammeln, Bekannte und Freunde treffen, einen kurzen Gruß quer über die Straße rufen! All das ist nun ausgesetzt oder zumindest stark reduziert. Vielleicht eine Möglichkeit, sich bewusst zu machen, wie kostbar manche Dinge sind, die wir für alltäglich halten. Nicht nur beim Einkaufen auch Zuhause, auf der Arbeit, im Verein. Und dann dankbar zu werden, dass es das alles gibt. Gott gegenüber, aber auch den vielen Menschen, die es möglich machen. Das würde sich sicher in Zukunft positiv auf unser Verhalten gegen Gott und unserem Nächsten auswirken. Einfach einmal ausprobieren!

Mfg Peter Lauschus, Vikar


Impuls 26. März 2020

Disziplin

Es gibt momentan fast jeden Tag neue Nachrichten, die einschneidend sein können oder auch ganz anders das Leben auf den Kopf stellen. Wir sollen soziale Kontakte meiden und dürfen nur noch unter größten Vorsichtsmaßnahmen das Nötigste erledigen. Alle Maßnahmen, die unser Land und unsere Kirche beschlossen haben, dienen zum Schutz all unserer Mitmenschen. So kann sich in dieser Zeit eine der guten und schönen Seiten der Menschheit zeigen: Uns Menschen sind andere nicht egal. Das heißt aber auch, dass sich jede und jeder in etwas einüben muss, was vielleicht schon für verloren gehalten wurde: In Disziplin.

Das gestrige Evangelium vom Hochfest der Verkündigung des Herrn passt meiner Meinung nach sehr gut dazu. Maria erfährt, dass sie Gottes Sohn auf die Welt bringen soll.

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ [Lk 1, 38a]
Mit diesem Satz zeigt Maria die Bereitschaft, eigene Interessen zurückzustellen. Nicht das, was sie möchte oder was für sie das Angenehmste wäre, zählt, sondern ein größeres Ziel, an dem sie mitwirken kann.
Wenn wir in den kommenden Wochen (und Monaten?) unsere eigenen Interessen zurückstellen müssen und vielleicht sogar zweifeln, ob sich noch alles zum Guten wendet, lade ich sie ein, sich an die Aussage der Gottesmutter zu erinnern. Vielleicht sogar zu einem Gegrüßet seist du Maria, einem Gebet, das mir mein Opa nahegebracht hat. Dieser Mann, der im Krieg Schrecklichstes erleben musste und sein ganzes Leben lang härter gearbeitet hat, als ich es vermutlich je tun muss, schöpft eine unglaubliche Kraft aus diesem Gebet. Vielleicht verhilft es auch Ihnen in dieser Zeit zu neuer Kraft und dazu, diszipliniert zu bleiben. Und denken Sie auch daran, wir üben alle noch uns auf die neue Situation einzustellen.

Bleiben Sie gesund!

Daniel Feldmann, Religionspädagoge im Pastoralen Raum


Impuls 25. März 2020 - Maria Verkündigung

„Einer der schwereren Einschnitte in der Coronazeit ist die Empfehlung, dass Enkel die Großeltern nicht besuchen sollen. Es ist schön und berührend, Kinderbriefe an Oma und Opa in der Zeitung zu lesen oder die Whatsapp Videos im Fernsehen zu sehen. Mir wird ein Text von Lothar Zenetti ins Gedächtnis gerufen:

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
dass es sehen lernt mit seinen eigenen Augen
das Gesicht seiner Mutter und die Farben der Blumen
und den Schnee auf den Bergen und das Land der Verheißung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
dass es hören lernt mit seinen eigenen Ohren
auf den Klang seines Namens, auf die Wahrheit der Weisen,
auf die Sprache der Liebe und das Wort der Verheißung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,'
dass es greifen lernt mit seinen eigenen Händen
nach der Hand seiner Freunde, nach Maschinen und Plänen,
nach dem ´Brot und den Trauben und dem Land der Verheißung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
dass es reden lernt mit seinen eigenen Lippen
von den Freuden und Sorgen, von den Fragen der Menschen,
von den Wundern des Lebens und dem Wort der Verheißung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
dass es gehen lernt mit seinen eigenen Füßen
auf den Straßen der Erde, auf den mühsamen Treppen,
auf den Wegen des Friedens in das Land der Verheißung.

H. Rath, Pfarrer


Impuls 24. März 2020

Dem einen war es schon seit Beginn klar, dem anderen wird es erst langsam bewusst, Corona bleibt,  ist sicherlich nicht Ostern Geschichte und verändert unser Leben, im negativen wie im positiven.

Das wir als Familie, Freunde, Gemeinde und Gesellschaft miteinander im Frieden leben – und das meint nicht konfliktfrei, dass wir aufeinander achten und füreinander da sind, dass wir unseren Planeten bewahren und pfleglich mit ihm umgehen, dafür möchte ich heute mit Ihnen beten.

In meiner Stelle in Brakel begegnete mir zum ersten Mal das unten angefügte Gebet, welches ich im Rahmen der Kommunionvorbereitung gemeinsam mit den Kindern auswendig lernte.  Es zeigt meines Erachtens sehr schön auf, was notwendig ist, damit menschliches Miteinander gelingen kann, in der weiten Welt oder in der Familie in Zeiten wie diesen.

Ihnen und Ihren Lieben einen guten und friedvollen Tag, Ihre Anne Frank

 

Herr, lass das Böse geringer werden,
und das Gute um so kräftiger sein.

Lass die Traurigkeit schwinden
und Freude um sich greifen.
Lass uns annehmen und geben können,
und einander behilflich sein.
Lass die Missverständnisse aufhören
und die Enttäuschten Mut gewinnen.
Lass die Kranken Trost finden
und die Sterbenden deine Erbarmung.
Lass uns wohnen können auf Erden
und die Ernten gerecht verteilen.
Lass Frieden unter den Menschen sein,
Frieden im Herzen - rund um die Erde.

Amen.

(Quelle:  „Altes“ Gotteslob Nr. 8,2)

 


Impuls 23. März 2020

Ich hatte irgendwann  einmal diese Spruchkarte geschenkt bekommen. Und ich hatte sie weg gelegt – weit weg gelegt – irgendwo in das Nirwana meiner Schreibtischschubladen. Beim Aufräumen fand ich sie wieder. Und ich war baff: Denn diese Worte fand ich für das Hier und Heute sehr treffend:

„Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder.“ (Henry David Thoreau, 1817-1826)

Die Corona-Krise hat dafür gesorgt, dass turbulente Tage hinter uns liegen. Und wir wissen an diesem Montag: Es liegt eine mit Sicherheit nicht weniger turbulente Woche vor uns. Wenn Thoreau aber Recht hat, dann ist das alles nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Als Gläubige dürfen wir nämlich darauf vertrauen, dass das, was in uns liegt, eine Kraft ist, die wir uns nicht selbst strukturieren, planen und managen können: es ist Gott selbst, der durch uns wirken kann. „Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder!“ Mein Segen heute für Sie: Ich wünsche Allen die Wunder der inneren Ruhe und Gelassenheit, die Wunder der Zuversicht und der Einsicht in das Not-Wendende, das Wunder des Mutes, der uns in die Zeit führen wird, in der wir sagen werden:  „Wir haben es geschafft!“

Bleiben Sie gesund!

Ihr

E. Zoor, KhPfr


Impuls 22. März 2020 - 4. Fastensonntag

Das Evangelium von der Heilung des Blindgeborenen ist in der Gemeinde des Johannes überliefert und erzählt worden, als ein Trost in schwierigen Zeiten. Jesus-Gläubige wurden aus den jüdischen Gemeinden ausgeschlossen und erlebten dies als Verlust der Heimat und der Geborgenheit, der Sicherheit der Gemeinschaft. Unsicherheit, Sorge ja teilweise Angst prägen auch gerade die Tage in denen wir gerade leben. Wie können zurzeit nicht gemeinsam Gottesdienste feiern, nicht einmal an den Tagen von Ostern, dem höchsten Fest der Christenheit, wir können nicht miteinander das Brot und den Wein, den Leib und das Blut Christi teilen, wir können nicht in der Gottesdienstgemeinde Geborgenheit und Nähe erfahren. Lernen wir doch von der Gemeinde des Johannes: Indem wir einander gute Worte schenken, wir miteinander in Kontakt bleiben. Nicht in der persönlichen Begegnung, aber am Telefon, per Internet oder durch Briefe und Postkarten (Zwei Mittel der Kommunikation, die zwar selten geworden sind, aber doch gern gesehen werden. Ich freu mich über jede Karte und hebe sie auf). Die Mitglieder des Pastoralteams von Bad Driburg stehen gern für Gespräche bereit.

Peter Lauschus


Impuls 21. März 2020

„An Schutzkleidung und Masken herrscht Mangel. Krankenhäuser, Pflegedienste, Arztpraxen suchen dringend danach. Ich möchte heute besonders für die Frauen und Männer beten, die sich in ihrem medizinischen Beruf um die Erkrankten, nicht nur die Corona-Erkrankten, kümmern, mit einem alten Gebet, in dem von Schutz und Schirm die Rede ist: 

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter,
verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,

sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren.
O du glorreiche und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin,
versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinem Sohne.
Amen.“

 

H. Rath, Pfarrer