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Im Gebet verbunden - Ein Impuls für jeden Tag in dieser schwierigen Zeit

Gerne schicken wir Ihnen den Imuls jedem Tag per Mail. Dazu bitte eine kurze Info an pfarrnachrichtenpr-bad-driburg.de


Impuls 5. April 2020

Am Palmsonntag steht der Einzug Jesu in Jerusalem im Mittelpunkt. Gewöhnlich begehen wir dieses Ereignis mit einer Prozession und die Palmstöcke, die wir dabei in den Händen tragen, bewahren wir das Jahr über auf.

Ein Schattendasein führt dabei immer der Esel, das Reittier Jesu. Er ist einfach da, er tut seinen Dienst in Geduld, Treue und Beharrlichkeit. Alles Tugenden, die wir in diesen Tagen besonders brauchen können!

Dom Helder Camara, der als Erzbischof von Olinda und Recife in Brasilien ein bedeutender Vertreter der Befreiungstheologie und ein Bischof für die Armen und Elenden war, hat das schon früher entdeckt und in einem Gebet formuliert:

Herr, lass mich dein Esel sein, auf dem du zu den Menschen kommst.
Gib mir die Genügsamkeit und Eselsgeduld,
die Kraft zum Tragen und auch die Sturheit, die ich brauche,
um Träger deiner Liebe in einer Welt des Hasses zu sein.
Lass mich dein Esel sein, Christus,
dass ich dich zu anderen trage!

 

Peter Lauschus


Impuls 4. April 2020

Es gibt doch tatsächlich eine heilige Corona, eine junge Frau, die in den Christenverfolgungen der frühen Zeit ihr Leben verlor. In Österreich und Bayern gibt es Patronate und Wallfahrten und auch der Aachener Dom bewahrt eine Reliquie der hl. Corona auf. Sie gilt unter anderem auch als Schutzpatronin gegen Seuchen. So steht es in der Münsteraner Kirchenzeitung „kirche und leben“. Johannes Hartl hat ein Gebet in der Coronakrise verfasst:

Herr,
wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie und allen
Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung, den
Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind, alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

 

Guter Gott, wir bringen dir alle, die in Quarantäne sein müssen,
sich einsam fühlen, niemanden umarmen können.
Berühre du Herzen mit deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen,
dass die Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir nicht alles kontrollieren können und irgendwann sterben werden.
Dass du allein ewig bist
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen dir. Danke.

 

Hubertus Rath, Pfarrer


Impuls 3. April 2020

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

In dieser unruhigen, unsicheren Zeit der Coronakrise möchte ich mit Ihnen diese Psalmverse betrachten.

Herr, Du erforschst mich und kennst mich
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;

Du verstehst meine Gedanken von Ferne“.                   Ps. 139 1-2

Diese Verse sollen uns Trost geben. Es bedeutet nichts anderes als Gott vorab weiß was wir denken. Bevor wir die Worte finden, noch um die Formulierung ringen, weiß er was wir sagen wollen. Bevor wir unsere Gedanken sortiert haben weiß er wie es in uns aussieht. Er kennt uns besser als wir selbst. 

In zwischenmenschlichen Bereichen ist es auch so; wenn da jemand ist, der uns versteht oder wo wir zumindest das Empfinden haben, er begreift jetzt wie es in mir aussieht, dann fangen wir an uns zu öffnen. Auf einmal trauen wir uns über unsere Schwächen zu reden. Denn manchmal als Menschen des Glaubens, Menschen, die vielleicht Verantwortung über andere haben, neigen wir dazu uns als stärker zu geben als wir in Wirklichkeit sind. Aber ehrlich, wir sind doch gar nicht immer so stark wie wir meinen oder wie wir es vielleicht auch tun.

Dieser Psalm eröffnet uns, wir müssen unsere Ängste und Sorgen, selbst unsere Zweifel nicht unterdrücken. wir dürfen Gott sagen wie es wirklich um uns steht.

Wenn wir im Moment, in solchen unruhigen Zeiten sind und merken, unser Glaube gar nicht so stark ist, vielleicht wir Zweifel haben, ob unsere Gebete zu ihm durchdringen, ob er überhaupt da ist- das möchte ich all denen sagen, die momentan solch eine Unruhe erfasst, die das Gefühl haben, da ist etwas, was ich eigentlich unterdrücken wollen würde, aber es gelingt ihnen nicht.

Genau das dürfen wir Gott jetzt auch sagen. Es findet im Gebet ein Vertrauenswechsel statt: Von uns zu Gott. 

Jesus sagt in seiner Bergpredigt "Seht euch die Vögel an! Sie sähen nicht, ernten nicht, sammeln keine Vorräte (kein Hamsterverkauf), und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr Wert als sie?"

 

Euer Pater Antony


Impuls 2. April 2020

Bad Driburg, Deutschland, ja beinahe die ganze Welt scheint in weiten Teilen auf Pause gestellt zu sein. Die schwere Zeit stellt uns vor neue Herausforderungen.
Mittlerweile ist zum Beispiel ganz klar: Es wird keine Kar- und Ostergottesdienste in den Kirchen geben.

Aber Ostern fällt nicht aus! Auch in diesem Jahr dürfen wir feiern und uns sicher sein, dass mit Jesus das Leben endgültig über den Tod gesiegt hat.
Die Natur zeigt es uns, sie ist im Moment alles andere als auf Pause gestellt. Das helle Leben kommt zurück in die dunklen Böden und Äste und bricht aus ihnen hervor.

Meine Kollegin Anne Frank und ich bieten in den kommenden geprägten Tagen besondere Impulse an, die dazu einladen, sich ein Stück dieser lebendigen Natur ins Haus zu holen.
Wir laden Sie ein, einen Mini-Ostergarten zu gestalten.
Auch wenn sich dieses Angebot in erster Linie an Kinder richtet, haben vielleicht auch Sie Freude an diesen Angeboten.

Ob so oder auf Ihre eigene Weise, bete ich darum, dass uns allen das Wunder, das wir an Ostern feiern, auch dieses Jahr erreicht.

 

Daniel Feldmann, Religionspädagoge

 


Impuls 1. April 2020

Für alle, die sich auf ein Schwätzchen mit Bekannten und Freunden, mit Arbeitskollegen und Nachbarn freuen, für alle, die das Briefe schreiben für sich wieder entdecken und für die, die neuerdings Whatsapp mit Bildern und Videos verschicken und für die Frauen und Männer der Telefonseelsorge ein Text von Inge Hartmann:

Jeder braucht einen Platz,
um sich auszusprechen,
auszuweinen, anzulehnen,
schwach zu sein. Jeder.

Der kleine Bub, dem man gesagt hat,
daß Jungen nicht weinen,
genauso wie der Star,
der seinen Ruhm nicht verkraftet.

Die Frau, die die Sorgen ihrer Kinder
wichtiger nimmt als ihre eigenen,
genauso wie der Geschäftsmann,
der am Konkurrenzkampf zerbricht.

Einen Platz,
wo der Schmerz gut aufgehoben ist.
Für die Juden ist dieser Ort
die letzte Mauer ihres zerstörten Tempels,
die Klagemauer.

Es gibt viele Klagemauern.
Für jeden.
Ein Zettel, ein Tagebuch, ein Brief.
Der alte Baum, den ich gut kennen.
Musik, die ich mag.
Ein Gebet.

Und es gibt Menschen,
die mir zuhören und antworten.
Ich möchte den Mut haben,
sie um Hilfe zu bitten.

Vielleicht braucht morgen jemand mich
als Klagemauer.

 

Hubertus Rath, Pfarrer


Impuls 31. März 2020

Das kenne ich, dachte ich beim Radiogottesdienst, als die Melodie des nächsten Liedes an mein Ohr drang. Aber der Text, war der immer schon so? Es scheint fast, als sei er für das Heute geschrieben. „Haben Sie ein Offenes Ohr für alles Gute, was in Ihr Herz hineinklingen möchte.“, schlug mein Kollege Edgar Zoor in seinem gestrigen Impuls vor. Die folgenden Liedzeilen haben tatsächlich mein Ohr getroffen und mein Herz neu berührt. Wenn Sie mögen, lassen auch Sie sich berühren.

Text und Musik sind von Anne Quigley, die deutsche Übersetzung machte Eugen Eckert.

 

Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach Dir, dich zu sehn, Dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur Du sie gibst.

Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir- -
In Sorge, im Schmerz sei da, sei uns nahe, Gott.

Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir.-
In Ohnmacht, in Furcht sei da, sei uns nahe, Gott.

Um Heilung, um Ganz-sein, um Zukunft bitten wir. –
In Krankheit, im Tod sei da, sei uns nahe, Gott.

Dass Du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir. –
Wir hoffen auf Dich; sei da, sei uns nahe, Gott.

Ihnen und Ihren Familien einen gesegneten und frohen Tag,

Ihre Anne Frank

Zum Anhören: https://www.youtube.com/watch?v=VJ9u0JLPaDk


Impuls 30. März 2020

Heute Abend wird es wieder soweit sein: Sie werden um 19.30h die Glocken läuten hören – ganz gleich, wo Sie auch wohnen. Diese Glocken laden aber nicht zu einem Gottesdienst ein.

Das tägliche Geläut in allen katholischen Kirchen um 19.30h während der Corona-Krise ist ein Zeichen der Solidarität und der unüberhörbaren Erfahrung: Ich bin jetzt nicht alleine! Wir sind verbunden als Solche, die daran glauben, dass Himmel und Erde nicht getrennt sind – schon gar nicht in einer Zeit, die wir als Krise bezeichnen müssen.

Denn die Glockentöne kommen ja nicht nur in unsere Ohren hier unten. Sie sind weit nach oben zu hören. Wenn Sie mir dieses Bild gestatten: Sie werden auch vom „Ohr Gottes“ gehört.

Vielleicht kann das bewusste Hören unserer täglichen „Glockenpredigt“ heute Abend und in den kommenden Tagen unser eigenes Gehör neu stärken: Damit wir die leisen Töne im Alltag nicht überhören:

Wenn uns die Menschen ihre Angst mitteilen möchten …

Wenn uns unsere Familienangehörigen sagen möchten: „Ich komme langsam an die Grenze!“

Wenn uns Gott dann ganz leise ins Ohr flüstert: „Ich bin hier jetzt bei Dir! Und ich bleibe auch! Solange, bis wir das geschafft haben!“

Mein Segen für Sie an diesem Tag:  Haben Sie ein Offenes Ohr für alles Gute, was in Ihr Herz hineinklingen möchte.

E. Zoor, KhPfr


Impuls 29. März 2020 - 5. Fastensonntag

Lesejahr A Johannes, 11,1-45

„Lazarus, komm heraus!“ Gern würden wir diese Worte hören: „Komm heraus! Alles ist wieder gut, der Virus ist besiegt!“ Aber bis dahin müssen wir wohl noch warten.

Trotzdem kann dieses Wort für den heutigen Tag sinnvoll und wertvoll sein: Wenn wir versuchen aus unserer eigenen Gefangenschaft zu entkommen. Denn, wenn wir auf unser Leben schauen, dann finden wir doch Dinge, Umstände, Situationen, die uns gefangen halten, wie Lazarus das Grab. Zuerst müssen wir den Stein wegrollen, auch wenn der Anblick vielleicht nicht gerade besonders schön ist. Wir müssen den Blick auf uns wenden und uns und unser Leben anschauen (Ein Beichtspiegel kann da ganz hilfreich sein). Dann können wir unsere Ohren für Gottes Wort öffnen, sein Wort der Barmherzigkeit und Liebe in uns aufnehmen, damit wir freikommen, aus unserem Grab treten und neues Leben empfangen können, wie Lazarus. Aber wir werden noch Hilfe brauchen von anderen Menschen, die uns aus unsere Bindungen befreien, die Binden abnehmen und uns zurückholen in die Welt der Lebenden. Die uns auf diesem Weg des neuen Lebens begleiten und stärken. Wer könnte das sein? An wen kann ich mich wenden? Im Allgemeinen Schuldbekenntnis heißt es: „Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott unserem Herrn.“ Die Gemeinschaft der Kirche ist die erste Gruppe von Menschen, die mir auf dem Weg helfen kann. Aber auch ein guter Freund oder ein geistlicher Begleiter können hilfreich sein auf diesem Weg, der ein Weg ins neue Leben ist.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Lauschus


Impuls 28. März 2020

Haben Sie sich vor Corona schon mal bewußt bei einer Kassiererin bedankt? Klar, die übliche Höflichkeitsfloskel „Danke“ bei der Übergabe des Rückgeldes, aber ganz bewußt „Danke!“ dafür, dass sie unverdrossen ihren Dienst tut, doch eher nicht. Applaus gab es nach der Landung für die Crew bei Charterflügen, aber Applaus für Krankenschwestern und Krankenpfleger für ihren Dienst gab es vor Corona nicht. Diese Freundlichkeit und Anerkennung ist ein Gewinn und wird unser Leben nach der Coronakrise bereichern. Dazu ein Text des Indianers Henry Old Coyote, Crow:

„Wenn du dein Herz nicht hart werden lässt,
wenn du deinen Mitmenschen kleine Freundlichkeiten erweist,
werden sie dir mit Zuneigung antworten.
Sie werden dir freundliche Gedanken schenken.
Je mehr Menschen du hilfst,
desto mehr dieser guten Gedanken werden auf dich gerichtet sein.
Dass Menschen dir wohlgesinnt sind,
ist mehr wert als Reichtum."

 

H. Rath, Pfarrer


Impuls 27. März 2020

Wenn ich von meinem Balkon heruntersehe, dann schaue ich jeden Freitag auf einen Teil des Bad Driburg Wochenmarktes. Die Marktstände mit Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch, Backwaren und Blumen und was es sonst noch so gibt. Meistens sieht man auch viele Menschen zwischen den Ständen, jetzt werden es wohl ein paar weniger sein. Das Bild ist normal, alltäglich. Genau wie der Einkauf in den vielen Geschäften unserer Stadt: Spielwaren und Bücher, Lebensmittel und Töpfe, Jacken, Hosen Mäntel, Kleider, alles, was das Herz begehrt. Zurzeit gibt es aber nur lebensnotwendiges zu kaufen, die anderen Geschäfte sind zu. Und da wir in einer kleinen Stadt leben, bedeutet Einkaufen auch immer ein Schwätzchen halten, Informationen sammeln, Bekannte und Freunde treffen, einen kurzen Gruß quer über die Straße rufen! All das ist nun ausgesetzt oder zumindest stark reduziert. Vielleicht eine Möglichkeit, sich bewusst zu machen, wie kostbar manche Dinge sind, die wir für alltäglich halten. Nicht nur beim Einkaufen auch Zuhause, auf der Arbeit, im Verein. Und dann dankbar zu werden, dass es das alles gibt. Gott gegenüber, aber auch den vielen Menschen, die es möglich machen. Das würde sich sicher in Zukunft positiv auf unser Verhalten gegen Gott und unserem Nächsten auswirken. Einfach einmal ausprobieren!

Mfg Peter Lauschus, Vikar


Impuls 26. März 2020

Disziplin

Es gibt momentan fast jeden Tag neue Nachrichten, die einschneidend sein können oder auch ganz anders das Leben auf den Kopf stellen. Wir sollen soziale Kontakte meiden und dürfen nur noch unter größten Vorsichtsmaßnahmen das Nötigste erledigen. Alle Maßnahmen, die unser Land und unsere Kirche beschlossen haben, dienen zum Schutz all unserer Mitmenschen. So kann sich in dieser Zeit eine der guten und schönen Seiten der Menschheit zeigen: Uns Menschen sind andere nicht egal. Das heißt aber auch, dass sich jede und jeder in etwas einüben muss, was vielleicht schon für verloren gehalten wurde: In Disziplin.

Das gestrige Evangelium vom Hochfest der Verkündigung des Herrn passt meiner Meinung nach sehr gut dazu. Maria erfährt, dass sie Gottes Sohn auf die Welt bringen soll.

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ [Lk 1, 38a]
Mit diesem Satz zeigt Maria die Bereitschaft, eigene Interessen zurückzustellen. Nicht das, was sie möchte oder was für sie das Angenehmste wäre, zählt, sondern ein größeres Ziel, an dem sie mitwirken kann.
Wenn wir in den kommenden Wochen (und Monaten?) unsere eigenen Interessen zurückstellen müssen und vielleicht sogar zweifeln, ob sich noch alles zum Guten wendet, lade ich sie ein, sich an die Aussage der Gottesmutter zu erinnern. Vielleicht sogar zu einem Gegrüßet seist du Maria, einem Gebet, das mir mein Opa nahegebracht hat. Dieser Mann, der im Krieg Schrecklichstes erleben musste und sein ganzes Leben lang härter gearbeitet hat, als ich es vermutlich je tun muss, schöpft eine unglaubliche Kraft aus diesem Gebet. Vielleicht verhilft es auch Ihnen in dieser Zeit zu neuer Kraft und dazu, diszipliniert zu bleiben. Und denken Sie auch daran, wir üben alle noch uns auf die neue Situation einzustellen.

Bleiben Sie gesund!

Daniel Feldmann, Religionspädagoge im Pastoralen Raum


Impuls 25. März 2020 - Maria Verkündigung

„Einer der schwereren Einschnitte in der Coronazeit ist die Empfehlung, dass Enkel die Großeltern nicht besuchen sollen. Es ist schön und berührend, Kinderbriefe an Oma und Opa in der Zeitung zu lesen oder die Whatsapp Videos im Fernsehen zu sehen. Mir wird ein Text von Lothar Zenetti ins Gedächtnis gerufen:

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
dass es sehen lernt mit seinen eigenen Augen
das Gesicht seiner Mutter und die Farben der Blumen
und den Schnee auf den Bergen und das Land der Verheißung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
dass es hören lernt mit seinen eigenen Ohren
auf den Klang seines Namens, auf die Wahrheit der Weisen,
auf die Sprache der Liebe und das Wort der Verheißung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,'
dass es greifen lernt mit seinen eigenen Händen
nach der Hand seiner Freunde, nach Maschinen und Plänen,
nach dem ´Brot und den Trauben und dem Land der Verheißung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
dass es reden lernt mit seinen eigenen Lippen
von den Freuden und Sorgen, von den Fragen der Menschen,
von den Wundern des Lebens und dem Wort der Verheißung.

Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
dass es gehen lernt mit seinen eigenen Füßen
auf den Straßen der Erde, auf den mühsamen Treppen,
auf den Wegen des Friedens in das Land der Verheißung.

H. Rath, Pfarrer


Impuls 24. März 2020

Dem einen war es schon seit Beginn klar, dem anderen wird es erst langsam bewusst, Corona bleibt,  ist sicherlich nicht Ostern Geschichte und verändert unser Leben, im negativen wie im positiven.

Das wir als Familie, Freunde, Gemeinde und Gesellschaft miteinander im Frieden leben – und das meint nicht konfliktfrei, dass wir aufeinander achten und füreinander da sind, dass wir unseren Planeten bewahren und pfleglich mit ihm umgehen, dafür möchte ich heute mit Ihnen beten.

In meiner Stelle in Brakel begegnete mir zum ersten Mal das unten angefügte Gebet, welches ich im Rahmen der Kommunionvorbereitung gemeinsam mit den Kindern auswendig lernte.  Es zeigt meines Erachtens sehr schön auf, was notwendig ist, damit menschliches Miteinander gelingen kann, in der weiten Welt oder in der Familie in Zeiten wie diesen.

Ihnen und Ihren Lieben einen guten und friedvollen Tag, Ihre Anne Frank

 

Herr, lass das Böse geringer werden,
und das Gute um so kräftiger sein.

Lass die Traurigkeit schwinden
und Freude um sich greifen.
Lass uns annehmen und geben können,
und einander behilflich sein.
Lass die Missverständnisse aufhören
und die Enttäuschten Mut gewinnen.
Lass die Kranken Trost finden
und die Sterbenden deine Erbarmung.
Lass uns wohnen können auf Erden
und die Ernten gerecht verteilen.
Lass Frieden unter den Menschen sein,
Frieden im Herzen - rund um die Erde.

Amen.

(Quelle:  „Altes“ Gotteslob Nr. 8,2)

 


Impuls 23. März 2020

Ich hatte irgendwann  einmal diese Spruchkarte geschenkt bekommen. Und ich hatte sie weg gelegt – weit weg gelegt – irgendwo in das Nirwana meiner Schreibtischschubladen. Beim Aufräumen fand ich sie wieder. Und ich war baff: Denn diese Worte fand ich für das Hier und Heute sehr treffend:

„Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder.“ (Henry David Thoreau, 1817-1826)

Die Corona-Krise hat dafür gesorgt, dass turbulente Tage hinter uns liegen. Und wir wissen an diesem Montag: Es liegt eine mit Sicherheit nicht weniger turbulente Woche vor uns. Wenn Thoreau aber Recht hat, dann ist das alles nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Als Gläubige dürfen wir nämlich darauf vertrauen, dass das, was in uns liegt, eine Kraft ist, die wir uns nicht selbst strukturieren, planen und managen können: es ist Gott selbst, der durch uns wirken kann. „Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder!“ Mein Segen heute für Sie: Ich wünsche Allen die Wunder der inneren Ruhe und Gelassenheit, die Wunder der Zuversicht und der Einsicht in das Not-Wendende, das Wunder des Mutes, der uns in die Zeit führen wird, in der wir sagen werden:  „Wir haben es geschafft!“

Bleiben Sie gesund!

Ihr

E. Zoor, KhPfr


Impuls 22. März 2020 - 4. Fastensonntag

Das Evangelium von der Heilung des Blindgeborenen ist in der Gemeinde des Johannes überliefert und erzählt worden, als ein Trost in schwierigen Zeiten. Jesus-Gläubige wurden aus den jüdischen Gemeinden ausgeschlossen und erlebten dies als Verlust der Heimat und der Geborgenheit, der Sicherheit der Gemeinschaft. Unsicherheit, Sorge ja teilweise Angst prägen auch gerade die Tage in denen wir gerade leben. Wie können zurzeit nicht gemeinsam Gottesdienste feiern, nicht einmal an den Tagen von Ostern, dem höchsten Fest der Christenheit, wir können nicht miteinander das Brot und den Wein, den Leib und das Blut Christi teilen, wir können nicht in der Gottesdienstgemeinde Geborgenheit und Nähe erfahren. Lernen wir doch von der Gemeinde des Johannes: Indem wir einander gute Worte schenken, wir miteinander in Kontakt bleiben. Nicht in der persönlichen Begegnung, aber am Telefon, per Internet oder durch Briefe und Postkarten (Zwei Mittel der Kommunikation, die zwar selten geworden sind, aber doch gern gesehen werden. Ich freu mich über jede Karte und hebe sie auf). Die Mitglieder des Pastoralteams von Bad Driburg stehen gern für Gespräche bereit.

Peter Lauschus


Impuls 21. März 2020

„An Schutzkleidung und Masken herrscht Mangel. Krankenhäuser, Pflegedienste, Arztpraxen suchen dringend danach. Ich möchte heute besonders für die Frauen und Männer beten, die sich in ihrem medizinischen Beruf um die Erkrankten, nicht nur die Corona-Erkrankten, kümmern, mit einem alten Gebet, in dem von Schutz und Schirm die Rede ist: 

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter,
verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,

sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren.
O du glorreiche und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin,
versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinem Sohne.
Amen.“

 

H. Rath, Pfarrer